PM Nr.069/06 vom 27.06.2006

Thüringens Grüne fordern konkrete Hilfe statt finanziellem Druck

Astrid Rothe-Beinlich: Eigenverantwortung braucht Selbstvertrauen – Beratung stärken

Für BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN Thüringen weist die Initiative der Länder Sachsen und Thüringen, künftig weniger Schwangerschaftsabbrüche zu bezahlen, in die falsche Richtung.

„Der zuständige Minister Zeh verkennt offenkundig die soziale Realität", so Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen. „Die betroffenen Frauen und Mädchen brauchen konkrete Hilfe statt finanziellem Druck. Deshalb muss die Schwangerschaftsberatung in Thüringen gestärkt werden. Vor dem Hintergrund, dass im Freistaat zudem Teenagerschwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche unter Teenagern zugenommen haben, müssen sich die Beratungsangebote neuen Anforderungen stellen. Dafür braucht es entsprechende Rahmenbedingungen."

„Der Hinweis auf die heutigen Verhütungsmöglichkeiten ist außerdem weltfremd und zeugt von Arroganz gegenüber den Betroffenen und somit maßgeblich gegenüber Frauen", meint Astrid Rothe-Beinlich.  „Während die Sozialhilfe nach BSHG Verhütungsmittel noch zahlte, ist diese Unterstützung mit Hartz IV entfallen", erinnert die grüne Landessprecherin. 

„Außerdem ist –Kinderarmut in Deutschland hin oder her - nicht hinnehmbar, dass schwangere Frauen und Mädchen in Krisensituationen gegen Paare mit Kinderwunsch ausgespielt werden“, gibt Rothe-Beinlich weiterhin zu bedenken.

Thüringens Ministeriumssprecher Thomas Schulz hatte angekündigt, beim Kamingespräch am Donnerstag bei der Gesundheitsministerkonferenz für den Vorstoß aus Thüringen und Sachsen zu werben.

„Die von Herrn Schulz eingeforderte 'Eigenverantwortung' braucht Selbstvertrauen. Das wird nicht größer, wenn man den Druck erhöht. Den Kindern wäre damit ein Bärendienst erwiesen", schließt Astrid Rothe-Beinlich.

Für Rückfragen Astrid Rothe-Beinlich 0170/4369071


© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN