Kulturstandort Thüringen in Gefahr!
Zu den Plänen von Thüringens Kultusminister Jens Goebel zur Neuordnung der Thüringer Theaterlandschaft erklärt Katrin Göring-Eckardt, Thüringer Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Die massiven Kürzungsmaßnahmen zeigen zunächst einmal, dass der Kultusminister offenbar nicht dafür gekämpft hat, eine vielfältige Theaterlandschaft in Thüringen zu erhalten. In vorauseilendem Gehorsam hat sich der Minister auf eine Kürzungspolitik beschränkt. Mit einer solchen Politik kann es nicht gelingen, Thüringen als Kulturstandort zu erhalten – im Gegenteil: Durch absehbare Schließungen wird Thüringens Kulturlandschaft nun in der Breite unattraktiver. Dabei sind gerade die Kultureinrichtungen die wichtigsten Standortfaktoren des Landes. Thüringen besitzt nun mal kein Erdöl. Kultur ist sein wichtigster Rohstoff. Dabei müssen Häuser wie das Deutsche Nationaltheater Weimar als nationale und internationale Anziehungspunkte vor Kürzungen geschützt werden.
Zudem hat der Kultusminister bei seinen Plänen nicht die Auswirkungen auf regionale Infrastrukturen bedacht: Theater fühlen sich für ihre Region verantwortlich und zeigen dies tagtäglich durch ihre Zusammenarbeit zum Beispiel mit Musikschulen und Jugendtheaterprojekten. Indem sie den Schülern ihrer Region den regelmäßigen Besuch von Theatervorführungen ermöglichen, sind sie unverzichtbare Träger der kulturellen Bildungsarbeit. Das Thüringer Kultusministerium scheint übersehen zu haben, dass insbesondere Jugendliche in kleinen Städten die Leidtragenden der geplanten Neuordnung der Thüringer Kulturlandschaft sein werden.
Für Rückfragen: Jennifer Schubert 0176-22345727