Trauriges Jubiläum: Ein Jahr Kirchenasyl in Erfurt zeigt Dringlichkeit einer gesetzlichen Bleiberechtslösung
Anlässlich des mittlerweile ein Jahr andauernden Kirchenasyls in Erfurt erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Grünen: „Seit einem Jahr lebt Familie Sönmez im Kirchenasyl in der Erfurter Lutherkirche, weil sie wie viele andere Betroffene in der ganzen Bundesrepublik massiv von Abschiebung bedroht ist.
Familie Sönmez stellt dabei einen ebenso typischen wie dramatischen Fall dar. Sie lebt seit einem Jahrzehnt in Deutschland und ist vollständig in das gesellschaftliche und soziale Leben Erfurts integriert. Wie viele andere Kinder und Jugendliche, die zumeist in Deutschland geboren, aufgewachsen und sozialisiert sind, haben auch die beiden Kinder der Familie Sönmez kaum einen Bezug zum Geburtsland der Eltern. Nicht nur die drohende Verfolgung bei einer Abschiebung spricht also klar für ein Bleiberecht der vierköpfigen Familie.
Mittlerweile gibt es Zeichen aus dem Bundesinnenministerium, wo man offensichtlich die Dringlichkeit einer entsprechenden gesetzlichen Bleiberechtsregelung erkannt hat. Das traurige und für die Betroffenen entbehrungsreiche Kirchenasyl in Erfurt ist hoffentlich für die Thüringer Landesregierung ein eindeutiges Zeichen: Wir brauchen eine Bleiberechtsregelung, die langfristige Zukunftsperspektiven ermöglicht. Die zermürbende Kettenduldung finden wir untragbar. Neben einer bundeseinheitlichen Regelung zum Bleiberecht, für das sich die Landesregierung stark machen muss, muss der Freistaat auch auf Landesebene Flüchtlingspolitik gestalten. Dazu gehört für uns zwingend die Abschaffung der Residenzpflicht.“
Für Nachfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung: Tobias Franke-Polz, 0177-5228822