Katrin Göring-Eckardt kritisiert Thüringens Beteiligung an Initiative für Atomkraft:
„Atompakt kommt zur Unzeit und fällt deutscher energiepolitischer Vorreiterrolle in den Rücken“
Thüringen will Medienberichten zufolge zusammen mit weiteren CDU-geführten Bundesländern den beschlossenen Atomausstieg kurzfristig rückgängig machen. Falls eine solche Initiative Erfolg haben sollte, wäre dies eine Flucht aus energiepolitischer Verantwortung und nicht zuletzt ein Bruch des Koalitionsvertrags:
„Die Thüringer Landesregierung sollte sich genau überlegen, ob sie die hervorragenden Chancen Deutschlands auf dem Gebiet der regenerativen Energien – gerade auch im Export – tatsächlich mit einer Renaissance der Atomkraft torpedieren will. Während erneuerbare Energien in einem atemberaubenden Tempo neue wirtschaftliche Potenziale für das Land erschließen, wird durch einige unionsgeführte Länder eine alte Debatte wieder ausgegraben. Besonders abenteuerlich ist die vorgetragene Begründung, dass sich die energiepolitischen Voraussetzungen – beim Wettbewerb um Öl und Gas – grundlegend geändert hätten. Die zunehmende und seit vielen Jahren prognostizierte Verknappung und der Verteilungskampf um fossile Energieträger waren der Ausgangspunkt für die eingeleitete Energiewende, die jetzt zur Disposition gestellt werden soll.
Aus dem beabsichtigten Atom-Recycling spricht wirtschaftspolitische und ökologische Unvernunft. Angesichts von erhöhten Terrorwarnungen, dem Beinahe-GAU in einem ‚sicheren’ schwedischen Atomkraftwerk und der gerade veröffentlichten Studie, wonach 62 Prozent aller Deutschen das Tempo des Atomausstiegs beibehalten oder sogar beschleunigen wollen, zeugt es darüber hinaus von bemerkenswerter Ignoranz.“
Für Nachfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung: Tobias Franke-Polz, 0177-5228822