PM Nr.087/06 vom 01.09.2006

Hochstromtrasse durch den Thüringer Wald:

Thüringens Grüne mit starken Zweifeln an Begründung - kritische Prüfung durch die Landesbehörden gefordert

Die Energiekonzerne Vattenfall-Europe und E.ON planen den Bau einer neuen Hoch- und Höchstspannungsleitung durch Thüringen. Thüringens Grüne zweifeln an der Notwendigkeit und fordern eine kritische Prüfung durch die Landesbehörden. Landessprecherin Katrin Göring-Eckardt macht sich für eine ehrliche Debatte stark:

„Wir haben Zweifel an der Begründung der Energiekonzerne, die mit der Aussage, umweltfreundlichen Strom zu transportieren, offensichtlich den Widerstand gegen den massiven Natureingriff klein halten wollen. So soll beispielsweise das Pumpspeicherwerk Goldisthal bei der so genannten Südwestkupplung ein zentrale Rolle spielen, völlig unabhängig von der Stromquelle für die Pumpleistung. Auch vor diesem Hintergrund setzen wir uns für eine kritische Prüfung ein, ob die Leitungen tatsächlich ausschließlich für den Transport von Strom aus Windenergieanlagen genutzt werden sollen.

Falls sich nach einer solchen Prüfung die Durchleitung als unvermeidlich herausstellt, fordern wir das Land zu einer gründlichen Analyse vorhandener Alternativen auf. Grundsätzlich gilt in diesem Fall: umweltfreundlicher Strom muss auch umweltfreundlich transportiert werden. Im Vordergrund steht dabei eine Ertüchtigung vorhandener Trassen bzw. die Nutzung von Erdverkabelung. Das Kostenargument der großen Stromkonzerne lassen wir nicht gelten: Zum einen drohen Mensch und Natur durch die Trasse in der beantragten Form massiver Raubbau, nicht zu sprechen von den Folgen für den Tourismus gerade im Thüringer Wald. Zum anderen fahren die Stromkonzerne immer neue Gewinnmargen ein. Dass vor diesem Hintergrund kein Geld für Erdverkabelung in sensiblen Gebieten investiert werden kann, ist für uns nicht akzeptabel.

Wenn jetzt Teile der Thüringer Union die Ängste der Bevölkerung vor einer über-dimensionierten Stromtrasse gegen Klimaschutzpolitik und die Förderung eines nachhaltigen Energiemixes ausspielen wollen, erteilen wir dem eine klare Absage. Statt unqualifiziert über die eingeleitete ökologische und wirtschaftlich sinnvolle Energiewende zu lamentieren, sollte die Landesregierung energisch in den anstehenden Genehmigungsverfahren auf eine umweltfreundliche Lösung drängen.“

Für Nachfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung: Tobias Franke-Polz, 0177-5228822


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