PM Nr.100/06 vom 19.09.2006

Grüne beteiligen sich am „Zeichen setzen gegen Kinderarmut“

Astrid Rothe-Beinlich und Katrin Göring-Eckardt: Kinder in den Mittelpunkt – Plädoyer für einen Perspektivwechsel

Am Weltkindertag beteiligen sich auch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN THÜRINGEN an der Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes „Zeichen setzen gegen Kinderarmut“ auf der Wiese über der Tiefgarage des Erfurter Petersberges. Dort sollen für alle armen Kinder Erfurts Fähnchen gesteckt werden.

„Allein in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt leben 7700 arme Kinder. Ihnen gilt es, Gehör zu verschaffen um mit ihnen für ihre Rechte zu streiten“, erklären Astrid Rothe-Beinlich und Katrin Göring-Eckardt , Landessprecherinnen der Thüringer Bündnisgrünen ihre Unterstützung und erklären:

„Aus unserer Sicht ist die Gerechtigkeitsfrage des 21. Jahrhunderts die des Zugangs zu Bildung. Auch angesichts des demografischen Wandels dürfen und können wir es uns gar nicht leisten, Zukunftschancen zu vergeuden. Alle Kinder müssen gemäß ihren Fähigkeiten eine optimale Förderung erfahren und zwar von Anfang an.

Deshalb engagieren wir uns mit den Initiatoren des Volksbegehrens für eine bessere Familienpolitik in Thüringen. Das Schulsystem muss es zudem ermöglichen, dass individuell – vom Kinde aus gedacht - gefördert werden kann. Das in Thüringen prägende dreigliedrige Schulsystem benachteiligt Kinder aus sozio - ökonomisch schwachen Familien nachweislich. Mit der frühen Sortierung geschieht eine de facto Festlegung, die soziale Ungleichheiten festschreibt und verstärkt. Wir setzen uns deshalb am Weltkindertag für eine Schule ein, in der länger gemeinsam gelernt wird und werben für den weiteren Ausbau der Ganztagsschulangebote, von dem benachteiligte Kinder besonders profitieren.

Gerade Kinder aus armen Familien sind häufiger krank. Ein schlechterer Gesundheitszustand bedeutet aber auch, dass diese Kinder weniger Energie für ihre Entwicklung in anderen Lebensbereichen zur Verfügung haben. Das wiederum hat schlechtere Startchancen im Leben zur Folge. Dieses Gerechtigkeitsdefizit nehmen wir nicht hin. Gesundheitsförderung und Prävention für alle Kinder müssen deshalb Querschnittsaufgaben unserer Gesellschaft sein.“

Für Nachfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung: Tobias Franke-Polz, 0177-5228822


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