PM Nr.113/06 vom 17.10.2006

Grüne fordern: Spaltung der Gesellschaft insbesondere im Bildungsbereich begegnen

Astrid Rothe-Beinlich besucht heute das Haus Zuflucht in Erfurt

Die Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen, Astrid Rothe-Beinlich, zeigt sich zufrieden darüber, dass in Deutschland das Thema Armut nicht länger totgeschwiegen wird. Sie stellt jedoch klar:

 „Den Begriff Unterschicht für Menschen die in Armut leben müssen zu verwenden, halte ich für grundlegend falsch. Dieser Begriff ist aus unserer Sicht Mittel zur Stigmatisierung und mobilisiert Vorurteile von denen, die sozial besser gestellt sind.“

Auch in Thüringen leben Zehntausende Menschen, die sozial benachteiligt sind, darunter 50.000 Kinder.

„Und genau da gilt es anzusetzen. Die gesamte Gesellschaft ist in der Pflicht, die betroffenen Menschen nicht länger nur zu beobachten, sondern sich um deren Integration und Besserstellung zu bemühen. Das muss bei den Kleinsten anfangen. Zugangsgerechtigkeit für alle ist hier das Schlüsselwort – und zwar von Anfang an“, so die grüne Landessprecherin weiter.

„Armutsbekämpfung muss im frühkindlichen Stadium ansetzen. Allen Kindern gilt es gleichermaßen die Türen zur Welt zu öffnen. Um dies erfolgreich umzusetzen braucht es eine grundlegende Reform des Bildungssystems“, zeigt sich Rothe-Beinlich überzeugt. „Wir brauchen frühkindliche Bildung und Erziehung für alle von Anfang an und ein Schulsystem, welches integriert statt auszulesen. Nur mit kontinuierlicher individueller Förderung kann jedes Kind seine Talente entfalten. Deshalb fordern wir die Landesregierung Thüringens erneut auf, sich vom gegliederten Schulsystem zu verabschieden und sich für flächendeckende Ganztagsschulangebote einzusetzen. Auch bei der weiterführenden Bildung braucht es ein Umdenken. Es muss uns gelingen, mehr Schulabgänger zum Studium oder in Ausbildung zu bringen, immerhin ist der Fachkräftemangel bei nahezu gleichbleibend hoher Arbeitslosigkeit in Thüringen schon heute Realität“, so Astrid Rothe-Beinlich weiter.

Scharf kritisiert die Landessprecherin zudem die Verlogenheit der Großen Koalition in dieser Frage. „Wer zeitgleich die Armut beklagt und Kürzungen und Verschärfungen beim ALG II durchsetzen will, Jugendliche entmündigt, die Mehrwertsteuer erhöht und auf eine Gesundheitsprämie setzt, meint es mit der Armutsbekämpfung nicht ernst“, so Rothe-Beinlich und fügt an:

„Aber auch die Thüringer Landesregierung setzt mit ihrer Familienoffensive und beispielhaft den Kürzungen beim Zuschuss für Schulessen weiter auf Ausgrenzung statt Integration.“

Jährlich am 17. Oktober wird der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut begangen. Landessprecherin Astrid Rothe-Beinlich ist aus diesem Anlass heute ab 14.00 Uhr zu Gast im Haus Zuflucht in der Mittelhäuser Straße in Erfurt, um dort mit wohnungslosen Menschen das Gespräch zu suchen und sich über deren Situation zu informieren.


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