PM Nr.126/06 vom 23.11.2006

Frauen schlägt MANN nicht!

Astrid Rothe-Beinlich und Milan Horacek: Flächendeckendes Hilfenetz verlässlich finanzieren

"Gewalt gegen Frauen ist immer noch alltäglich. Dabei ist der gefährlichste Ort für Frauen nach wie vor ihr Zuhause", erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen anlässlich des internationalen Tages "Gegen Gewalt an Frauen" am 25. November 2006.

"Gewalt gegen Frauen ist vielfältig: Sie ist in allen Kulturen zu finden und in Kriegsgebieten genauso anzutreffen, wie in der eigenen Nachbarschaft. Gewalt macht auch vor dem Alter nicht halt, denn es ist traurige Gewissheit:  Frauen jeden Alters erfahren Gewalt. Dagegen wenden wir uns mit aller Entschiedenheit. Unter dem Motto "FRAUEN SCHLÄGT MANN NICHT" rufen wir alle  auf, sich zum Zeichen der Solidarität mit von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen an der Fahnenaktion "Nein zu Gewalt an Frauen" von Terre des Femmes am 25. November zu beteiligen", so Astrid Rothe-Beinlich weiter.

 "Häusliche Gewalt ist die häufigste Verletzungsursache von Frauen. Besonders gefährdet sind Frauen nach einer Trennung. Oft werden die Tätlichkeiten gegen Frauen in diesem Zusammenhang als `Eifersuchtsdramen` verniedlicht.  Aber nicht nur die Frauen sind gefährdet: 70 Prozent der Misshandler schlagen auch die Kinder oder missbrauchen sie sexuell. Dank rot-grüner Initiative ist ein Gewaltschutzgesetz verabschiedet worden, das es erlaubt, den Täter der Wohnung zu verweisen. Nach dem Motto: Wer schlägt der geht. Aber ein Gesetz allein macht noch keine gewaltfreie Gesellschaft. Auch die Wohnungsverweisung des Täters erspart oftmals nicht die Flucht ins Frauenhaus", gibt die grüne Landessprecherin weiterhin zu bedenken.

"Neue repräsentative Umfragen belegen, dass jede vierte Frau bereits Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt im häuslichen Bereich wurde", so der Europaabgeordnete und Menschenrechtsexperte Milan Horacek.

"Weitere Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, aber auch bei Polizei und Justiz sind notwendig. Vor allem aber wollen wir uns dafür einsetzen, dass Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft geächtet wird. Unabhängig davon brauchen wir ein flächendeckendes Netz von Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen, deren Finanzierung nicht immer wieder in Frage gestellt werden darf. Erst gestern gab es in Erfurt eine Protestkundgebung der Landesarbeitsgemeinschaft Frauenhäuser, um auf die Situation der Einrichtungen in Thüringen aufmerksam zu machen. Eine solche Arbeit braucht nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern eine verlässliche Finanzierung und Planungssicherheit", schließen Astrid Rothe-Beinlich und Milan Horacek.

 Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung: Tobias Franke-Polz (0177/5228822)

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