Unter dem Deckmantel der Erneuerbaren Energien: Der Bau der 380kv-Trasse darf weder vorschnell genehmigt noch einseitig diskutiert werden
Zur aktuellen Debatte um die 380kv-Trasse durch den Thüringer Wald erklären Olaf Müller und Roberto Kobelt, Mitglieder des Landesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
„Nur ein leistungsfähiges Stromnetz in Thüringen, Deutschland und Europa kann in Zu-kunft die Versorgungssicherheit der Bürger gewähren. Der Neubau von Stromtrassen wird hierfür unumgänglich sein. Die 380kv-Trasse durch den Thüringer Wald ist insofern erwägenswert, allerdings nur, wenn die Vorzeichen stimmen. Das ist hier nicht der Fall. Der Bedarf einer 380kV Trasse durch den Thüringer Wald ist für uns und viele betroffe-ne Bürger weiter ungeklärt. Derzeit lehnen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Vorschlag von Vattenfall ab, und dringen darauf, dass keine vorschnellen Entscheidungen gefällt werden. Hierfür gibt es mehrere Gründe:
Die Firma Vattenfall hängt ihr Fähnchen sprichwörtlich nach dem Wind. Weil entspre-chende Ausbaupläne der Europäischen Union vorliegen, nach denen bis 2020 ca. zehn Prozent der Energie aus Windkraftanlagen gewonnen und über die Trasse geleitet wer-den könnten (dena-Studie), fährt der Mutterkonzern auf der Ökoschiene. Was gut klingt, muss aber nicht gut sein, denn anzunehmen ist, dass vor allem Energie aus Atom- und Braunkohlekraftwerken über die Leitungen transportiert wird.
Der Thüringer Wald ist eine der wichtigsten touristischen Attraktionen Thüringens. Der Bau der Hochspannungsleitung würde dauerhaft das Erscheinungsbild des Waldes zer-stören. Mehrere Bürgerinitiativen kämpfen daher vor Ort unter anderem um die Verlän-gerung der Einspruchsfrist und des Planfeststellungsverfahrens. Dies unterstützen wir ausdrücklich.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen wollen aber noch mehr. Wir fordern das Erstel-len eines Gutachtens, das die volkswirtschaftliche Notwendigkeit einer Trasse ernsthaft prüft. Die Argumente von Vattenfall, wonach die Kosten dieses Verfahrens zu hoch wä-ren, werden durch das firmeneigene Gutachten aus unserer Sicht nicht ausreichend objektiv begründet. Bei einem so drastischen Eingriff in das Ökosystem Thüringer Wald ist eine detaillierte Prüfung von Alternativen unumgänglich. Die Entscheidung, die 380kv-Trasse durch den Thüringer Wald zu errichten darf weder vorschnell erfolgen, noch ohne die Einbeziehung der Menschen vor Ort. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ma-chen sich daher stark für eine intensive Debatte vor Ort.“
Für Rückfragen: Olaf Müller (0163/7733870) oder Roberto Kobelt (0163/4452980)
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