Grüne kritisieren schwarz-rote Bildungsdefensive
Astrid Rothe-Beinlich: Nationale Bildungsoffensive entpuppt sich als heiße Luft
"Die auf der Regierungsklausur in Meseberg verabschiedete Nationale Qualifizierungsoffensive ist leider nicht mehr als jede Menge heiße Luft. Sicher ist es richtig, lieber heute als morgen tatsächlich ins Bildungssystem zu investieren, allerdings funktioniert dies nicht allein mit einem resolut formulierten 'Weiter so'", lautet die Einschätzung von Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen.
"Wer beispielsweise glaubt, dass das Vertrauen in die Wirtschaft und selbstverpflichtende Ausbildungspakte am Fachkräftemangel etwas ändern, der lügt sich in die eigene Tasche. Allein im letzten Jahr sind wieder mehr ausbildungswillige junge Menschen auf der Strecke geblieben", so Astrid Rothe-Beinlich weiter."Eine echte Ausbildungsreform steht weiter aus – vielmehr wird ein Bauchladen von Instrumenten angeboten, wie Ausbildungsbausteine oder ein Qualifizierungskombilohn. Was wir jedoch brauchen ist eine optimale individuelle Förderung von Anfang an und dafür wiederum braucht es ein anderes Schulsystem sowie flächendeckend qualitativ hochwertige Betreuungsangebote und frühkindliche Förderung. Eine Auslese bereits im Alter von 10 Jahren können und dürfen wir uns nicht nur angesichts des demografischen Wandels nicht länger leisten. Lebenslanges Lernen muss zudem zum selbstverständlichen Bestandteil der Bildungsbiografie aller Menschen werden", umreißt Astrid Rothe-Beinlich ihre Vorstellungen von zukunftsfähiger Bildungspolitik.
"Es ist weiterhin nicht ersichtlich, warum das Bildungssparen ausgerechnet Frauen in Teilzeit und mit Kindern veranlassen sollte, sich weiterzubilden. Wer etwas für Geringqualifizierte tun will, sollte vielmehr die Förderpolitik der Bundesagentur ausbauen und für bessere Beratung sorgen. Weiterbildung die nichts kosten darf, kann maximal einen Tropfen auf den heißen Stein darstellen – mehr aber auch nicht", so die Grünenpolitikerin weiter.
"Die Bildungsbilanz der Regierung ist und bleibt beschämend. Erst lässt sie sich bei der Föderalismusreform das Ruder für einige Bereiche völlig aus der Hand nehmen. Dann ist sie auf den übrigen Kompetenzfeldern nicht mal in der Lage, die notwendigen Reformen anzugehen", schließt Astrid Rothe-Beinlich.
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