PM Nr.153/07 vom 18.09.2007

Bildungssystem produziert Chancenungleichheit und Fachkräftemangel

Astrid Rothe-Beinlich: Chancen werden vergeudet und Bildungskarrieren verhindert

"Die Ergebnisse der neuen OECD-Studie 'Bildung auf einen Blick' sind eine schallende Ohrfeige für die Bildungspolitik der Großen Koalition und der Länder. Eindrucksvoll wird einmal mehr belegt: die deutsche Bildungspolitik kommt organisierter Verantwortungslosigkeit in Kleinstaaterei gleich. Dies ist auch die Begründung dafür, warum das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich weit zurück liegt", so Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen und Mitglied des Bundesvorstandes.

"Schon lange ist klar: Deutschland bildet viel zu wenig Akademikerinnen und Akademiker aus, um den Bestand an Fachkräften zu sichern. Sogenannte Verwaltungsgebühren, BaföG-Knauserei und Studienplatzmangel stehen den Studienberechtigten im Weg. Dabei können wir das Fachkräftetief nur mit einem Studierendenhoch und mehr Ausbildungsplätzen bekämpfen", so Astrid Rothe-Beinlich weiter und betont: "Thüringen könnte hier einen Standortvorteil ausbauen und bewerben – dazu braucht es jedoch den entsprechenden politischen Willen. Dieser ist in der Landespolitik bisher leider nicht erkennbar."

"Hinzu kommt, dass die Beschäftigungschancen für Geringqualifizierte massiv sinken. Auch das zeigt die Studie. Umso wichtiger ist es, in die Weiterbildung von Geringqualifizierten und Lebenslanges Lernen zu investieren. Dass die Regierung zur Prämisse macht, dies 'haushaltsneutral' zu gestalten ist fahrlässig und kommt einer Absage an Weiterbildung gleich. Hier zeigt sich erneut, dass unsere Forderung, Bildungsausgaben endlich auch haushalterisch als Investitionen anzuerkennen und einzustufen, aktueller denn je ist", gibt Astrid Rothe-Beinlich weiterhin zu bedenken.

"Um unseren Kindern und Jugendlichen künftig von Anfang an die Wissenstore zur Welt zu öffnen, braucht es zudem eine grundlegende Strukturreform im Bildungswesen. Wir fordern deshalb die Landesregierung erneut auf, sich vom Dreigliedrigen Schulsystem zu verabschieden, welches ab der 4. Klasse aufs Aussortieren statt auf individuelle und gemeinsame Förderung setzt. Auch angesichts des demografischen Wandels und des beschriebenen Fachkräftemangels können wir es uns nicht länger leisten, Bildungsressourcen zu vergeuden", schließt die Grünenpolitikerin.


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