Althaus erhält Preis für seine katastrophale Familienpolitik
Astrid Rothe-Beinlich: Zweifelhafte Ehrung für die Thüringer "Familienoffensive" der Landesregierung
Zu der gestrigen Ehrung der "Familienoffensive" von Dieter Althaus, durch den Verein "Familiennetzwerk Deutschland" erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen:
"Dass Dieter Althaus's "Familienoffensive" ein verstecktes Sparprogramm ist, das zu Lasten der frühkindlichen Bildung und finanziell schlechter gestellter Eltern geht, wissen wir. Dass es darüber hinaus als Herdprämie für Frauen wirkt , ist ebenfalls hinlänglich bekannt und durch die Angaben des statistischen Landesamtes bewiesen. Nun lässt sich Althaus für dieses familienpolitische "Glanzstück" auch noch ehren. Damit jedoch nicht genug. Als Mitglied der Jury des Vereins "Familiennetzwerk Deutschland", der erstmals einen Preis zur Familienpolitik vergeben hat, findet sich niemand geringeres als Eva Hermann. Die umstrittene Fernsehmoderatorin, die sich durch ihre Verherrlichung des Familienbildes der Nazis in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit geschoben hat, wird dadurch vom Ministerpräsidenten in der öffentlichen Debatte um Kinderbetreuung faktisch rehabilitiert. Eva Hermann hat sich jedoch durch ihre Äußerungen, die sie niemals zurückgenommen hat, weit außerhalb des demokratischen Konsens gestellt. Dass Althaus sie durch die Annahme dieses Preises wieder salonfähig macht, ist der eigentliche Skandal. Weiteres Mitglied der Jury ist Christa Müller, Ehefrau von Oskar Lafontaine und Familienpolitikerin der Partei "Die Linke" im Saarland. Auch sie hatte durch ein extrem konservatives Familienbild von sich reden gemacht, indem sie Mütter aufforderte, zu Hause zu bleiben und ihrer 'Bestimmung' nachzugehen."
Der Trägerkreis "Für eine bessere Familienpolitik", dem auch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen angehört, hat festgestellt, dass seit dem Inkrafttreten der "Familienoffensive" die Kitas mit erheblichen Personalengpässen zu kämpfen haben. Der Personalabbau betrug zwischen 2005 und 2007 etwa 600 Vollzeitstellen. Fachleute hatten von Anfang an davor gewarnt, die bewährten Betreuungsstrukturen in Thüringen kaputt zu sparen. Die Landesregierung hatte jedoch alle Sachargumente ignoriert und das Sparprogramm im Thüringer Landtag durchgedrückt.
"Es scheint wie ein Hohn, die "Familienoffensive" mit einem Preis zu ehren, der nach einem in Fachkreisen der Kinderpsychologie anerkannten Forscher benannt ist. Damit macht es sich das konservative Familiennetzwerk allerdings zu einfach. Wir fordern die Landesregierung erneut auf, die Familienoffensive zurückzunehmen und allen Kindern den Zugang zu frühkindlicher Bildung ab dem 1. Lebensjahr zu ermöglichen und für Eltern tatsächliche Wahlfreiheit zu gewährleisten", schließt die grüne Landessprecherin.
Stefanie Dolling
Lutherstraße 5 - 99084 Erfurt
Tel.: 0361-5765037
Fax: 0361-5765035
http://www.rothe-beinlich.de