"Gemeinsam gegen Aids - Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst und andere"
Astrid Rothe-Beinlich: Prävention und Aufklärung müssen an erster Stelle stehen
Trotz des ehrgeizigen Kampfes gegen die Immunschwächekrankheit Aids verschlechtert sich die Situation auch in Europa. Seit 1996 hat sich die Zahl der Neuinfektionen in Westeuropa verdoppelt. Besonders alarmierend: Schätzungsweise 1,4 Millionen Europäer wissen nicht, dass sie infiziert sind.
Nur in acht Ländern, vornehmlich in West- und Nordeuropa, haben Infizierte vollen Zugang zur lebensverlängernden "Anti-retroviralen Therapie", die den Ausbruch der tödlichen Aids-Erkrankung verhindert. "Besonders schwierig ist die Situation in Russland und Polen, wo illegalen Einwanderern der Zugang zu Tests und Behandlung verweigert wird", kritisiert Grünenpolitikerin Astrid Rothe-Beinlich.
Die Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland stieg auch in diesem Jahr weiter an. Nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) werden Ende 2007 etwa 59.000 Menschen hierzulande mit HIV oder Aids leben. 3000 Menschen hätten sich damit dieses Jahr neu mit dem HI-Virus infiziert, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. In Thüringen sind die wenigsten Aids-Fälle im Vergleich zu allen Ländern gemeldet.
"Besonders zu denken geben muss die Sorglosigkeit gerade junger Menschen. Dabei ist klar: Aids kann jeden und jede treffen. Nur Kondome schützen wirklich. Deshalb müssen Prävention und Aufklärung beim Kampf gegen Aids oberste Priorität haben. Damit dies jedoch erfolgreich sein kann, braucht es eine verlässliche Finanzierung der Projekte und Beratungsstellen, die in Thüringen Aidsprävention betreiben und Aidskranke unterstützen. Thüringen braucht zudem ein funktionsfähiges Netz von Multiplikatoren in den einzelnen Regionen, um wohnortnah auf die spezifischen Bedarfslagen und die unterschiedlichen Zielgruppen eingehen zu können", betont die Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen, Astrid Rothe-Beinlich.
"Neben den geförderten Institutionen und ehrenamtlich Tätigen sind auch und gerade Eltern in der Verantwortung, mit ihren Kindern offen über die Ansteckungsgefahren und einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Sexualität zu sprechen. Der Schutz vor dieser Krankheit muss zur Selbstverständlichkeit werden. Denn eines ist klar: wer beispielsweise aus Scham dieses Thema nicht anspricht macht sich faktisch mitschuldig an der Weiterverbreitung von Aids", so Astrid Rothe-Beinlich.
"Traurige Realität ist, dass weltweit immer mehr Kinder schon seit der Geburt diese tödliche Krankheit in sich tragen. Sie haben keine Chance mehr, sich zu schützen. Um dem von Anfang an zu begegnen rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger auch in diesem Jahr dazu auf, am 1.Dezember solidarisch eine rote Schleife zu tragen und sich mit dafür stark zu machen, Aids keine Chance zu geben", schließt Astrid Rothe-Beinlich.
Stefanie Dolling
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