Kultusminister stellen Deutschland bildungspolitisch ins Abseits
Astrid Rothe-Beinlich: Kritikunfähigkeit verunmöglicht Reformen
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisieren aufs Schärfste die Ankündigungen christdemokratischer Kultusminister, bei künftigen PISA -Tests nicht mehr teilnehmen zu wollen.
"Es kann doch nicht sein, dass, wenn einem das Ergebnis nicht passt, die Teilnahme an einer solchen Vergleichsstudie in Frage gestellt wird. Deutschland wird von Experten schon seit Jahren wegen des veralteten Schulsystems kritisiert. Statt daraus Lehren zu ziehen und entsprechend umzusteuern verhalten sich die Kultusminister sinnbildlich wie die drei Affen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen... Wohin sind wir nur gekommen",fragt sich die Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen, Astrid Rothe-Beinlich.
"Gerade angesichts von Globalisierung und Internationalisierung kann und darf sich Deutschland ein derart kleinkariertes Vorgehen nicht leisten. Wir sollten vielmehr tatsächlich umsteuern! Köpfchen sind unser Kapital. Das heißt, wir brauchen eine gute und flächendeckende Frühkindliche Bildung, wir brauchen eine grundlegende Bildungsreform hin zu individueller Förderung bei längerem gemeinsamen Lernen, wir brauchen Schulen, die zu lebenslangem Lernen motivieren und wir brauchen zukunftsfähige Aus- und Weiterbildung. Selbstverständlich ist dafür gesunder Wettbewerb und Vergleich förderlich. Gerade Kultusminister sollten auch über den eigenen Tellerrand schauen und von anderen lernen", so Astrid Rothe-Beinlich weiter.
Die nächste Veröffentlichung der PISA -Untersuchungen ist für kommenden Dienstag angekündigt.
"Größtes Manko im deutschen Bildungssystem ist unserer Ansicht nach weiterhin die Chancenungleichheit. Wer hier weiterhin schweigt, macht sich mitverantwortlich am Scheitern kommender Generationen",schließt die Landessprecherin.
Stefanie Dolling
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