PM Nr.12/08 vom 18.01.2008

Zug der Erinnerung macht Station in Thüringen

Astrid Rothe-Beinlich fordert von der Bahn Verantwortungsübernahme

Vom 20. bis 28. Januar 2008 wird in Thüringen der Zug der Erinnerung Halt machen. Stationen sind Gotha, Erfurt, Weimar und Apolda. Mit der Aktion soll hunderttausender Kinder aus Deutschland und Europa gedacht werden, die von den Nazis in Zeiten des Nationalsozialismus mit Zügen in die Konzentrations- und Vernichtungslager transportiert worden sind. Die Ausstellung besteht aus mehren Waggons, in denen die Geschichte der europäischen Deportation an beispielhaften Biographien nacherzählt wird.

Astrid Rothe-Beinlich, Landesprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen, erklärt dazu:

"Der Zug der Erinnerung ist ein einmaliges und großartiges Projekt, das nur Dank großem bürgerschaftlichen Engagements und privater Spenden zustande kommen konnte. Es dokumentiert auf eindrucksvolle Weise die erschreckende und menschenverachtende Vernichtungsideologie der Nazis und ist daher von hohem historisch-pädagogischen Wert. Überall in Deutschland stößt der Zug auf großes Interesse, vor allem bei jungen Menschen. Auch Thüringens Schulen sollten die Chance nutzen, und den Zug vor Ort besuchen.

Nicht nachvollziehbar ist jedoch das Verhalten der Deutschen Bahn AG dieser Initiative gegenüber. So lehnt es die Bahn ab, diesem ehrenamtlich organisierten Projekt zumindest die nicht unerheblichen Nebenkosten für Strom sowie Stations- und Trassengebühren zu erlassen. Verwiesen wird dabei auf das gesetzliche Gleichheitsgesetz. Dies ist zwar formal korrekt, steht aber im keinem Verhältnis zu der Verantwortung der Bahn für ihre eigene Geschichte. Zumal eine Unterstützung auch ein Imagegewinn für die Bahn wäre und zugleich Verantwortungsbewusstsein demonstrieren könnte."

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern die Deutsche Bahn auf, die von ihr erhobenen Gebühren und Kosten an den Verein "Zug der Erinnerung" zurück zu spenden. Dadurch würde der geltenden Rechtslage genüge getan und gleichzeitig könnte man ein Zeichen für geschichtliches Verantwortungsbewusstsein setzen.

"Weiterhin empfehlen wir allen Thüringerinnen und Thüringern, den Zug der Erinnerung zu besichtigen und an den zahlreichen Veranstaltungen rund um die jeweiligen Aufenthalte teilzunehmen. Insbesondere verweisen wir auf die Kundgebung am Donnerstag, den 24.01.2008 um 17.00 Uhr auf dem Erfurter Anger zum Thema Deportationen. An diese schließt sich ein Mahngang zum Zug der Erinnerung an", schließt Astrid Beinlich, die selbst vor Ort sein wird.


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