PM Nr.13/08 vom 18.01.2008

Grüne kritisieren das „Voll-Mobil-Ticket“ des Verkehrsverbundes Mittelthüringen

Astrid Rothe-Beinlich: Voll mobil oder voll verprellt?

Seit dem 1. Januar 2008 gibt es für Bahnkunden, die im Bereich des Verkehrsverbundes Mittelthüringen unterwegs sind, einen neuen Tarif. Dieser ist gestaffelt in City- und Regionalzonen.

Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen:

"Der Freistaat Thüringen und die Deutsche Bahn werben bei den Bahnkunden für den neuen Tarif mit dem Prädikat "volle Mobilität" und mit Preisnachlass, unterschlagen dabei aber die Nachteile, die die neue Regelung insbesondere für Vielfahrer mit sich bringt.

Zwar kann das "Voll-Mobil-Ticket" für Bus, Bahn und Straßenbahn in Erfurt, Weimar, Jena und Apolda sowie in Teilen des Weimarer Landkreises genutzt werden. Um dies jedoch lukrativ zu machen, müssten hierfür als Grundvoraussetzung zumindest bessere Anschlussbedingungen zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln geschaffen werden. Ein integrierter Ansatz ist derzeit nicht erkennbar. Diese vielfach bestehende mangelhafte Verbindungs- und Erschließungsqualität bedingt automatisch hohe Nutzungshürden und Akzeptanzprobleme auf Seiten des Verbrauchers.

Weiterhin verliert die Bahncard 50 im Bereich des VMT ihre volle Wertigkeit, da Bahncard-Kunden nur noch einen 25-prozentigen Preisnachlass auf die Fahrpreise erhalten. Es wird damit geworben, dass Bahncard-Besitzer auch Bus, Bahn und Straßenbahn benutzen können. Wer das allerdings nicht will oder mit dem Rad bzw. zu Fuß unterwegs ist, ist hier eindeutig im Nachteil!"

Dabei muss dies nicht so sein: Im Mitteldeutschen Verkehrsverbund(MDV) beispielsweise findet die Bahncard im gesamten Verbundbereich volle Anwendung und behält somit ihre Gültigkeit.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern von Deutscher Bahn und den Trägern des VMT, dass die Bahncard auch im Bereich des VMT ihre volle Wertigkeit wiedererlangt.

"Ein attraktives ÖPNV-Angebot muss aus unserer Sicht angebotsorientiert und zudem auch auf Vielfahrer und Bahncardkunden ausgerichtet sein. Weiterhin muss Wahlfreiheit zwischen den unterschiedlichen Verkehrsmitteln bestehen – das Fahrrad eingeschlossen. Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln soll zum Umstieg vom Individualverkehr auf öffentliche Mobilität ermutigen. Mit dem derzeitigen Angebot des VMT erreicht man eher eine Verprellung der Bahnkunden. Ganz zu schweigen davon, dass ab April 2008 mit schon wieder neuen Tarifen der Tarifdschungel noch undurchsichtiger wird", schließt Astrid Rothe-Beinlich.


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