Gentechnikgesetz geht zu Lasten von Verbraucher und Umwelt

Genfood Nein Danke

Frank Augsten: Agrogentechnik wird Tür und Tor geöffnet

Am Freitag, den 25. Januar 2008 wurde das neue Gentechnikgesetz im Bundestag verabschiedet. Dazu entgegnet Dr. Frank Augsten, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:

"Das Gentechnikgesetz geht zu Gunsten der Agro-Industrie und zu Lasten von Umwelt und Verbraucherschutz.

Mit der Novelle zum Gentechnikgesetz werden Schutzregelungen nun wieder von Seehofer und den Regierungskoalitionen verschlechtert. So ist zum Beispiel vorgesehen, dass Gentechanbauende Landwirte über Privatabsprachen mit ihren Nachbarn auf Schutzregelungen wie zum Beispiel die Einhaltung von Mindestabständen verzichten können. Der Nachbar, der nicht rechtzeitig auf den Wunsch seines Gentechanbauenden Nachbarn reagiert, verliert seine Schutzansprüche gegen gentechnische Verunreinigungen. Also eine Umkehrung der Bringschuld zu Ungunsten der gentechnikfreien Produktion.
Gleichzeitig werden gentechnikfrei wirtschaftende LandwirtInnen massiv mit Pflichten und Kosten überhäuft.

Außerdem sollen bei dieser Veränderung des Gentechnikgesetzes Ausnahmeregelungen für Gentech-Pflanzen geschaffen werden, die zukünftig ganz aus wichtigen Schutzregelungen des Gesetzes herausgenommen werden sollen.

Um unsere Landwirtschaft und Imkerei in Thüringen wirksam vor gentechnischen Verunreinigungen zu schützen, müssen der Anbau von gentechnisch veränderten Organismen sowie sämtliche Freisetzungsversuche verboten werden", fordert Augsten.

Zu der geplanten Kennzeichnung von Lebensmitteln "ohne Gentechnik" meint Augsten:

"Das Gesetz stiftet eher Verwirrung als das es der Information der Verbraucher dient, die zu über 70 % genmanipulierte Lebensmittel ablehnen. Als gentechnikfrei gekennzeichnete Erzeugnisse, die doch genveränderte Bestandteile enthalten, sind dabei nur der Anfang. Produkte von Tieren, die vorher mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden, als gentechnikfrei zu deklarieren, ist nicht nur aus Sicht des Verbraucherschutzes, sondern auch aus wissenschaftlichen Gründen nicht zu akzeptieren. Wer als Verbraucher sicher gehen will, muss letztlich Bioprodukte kaufen."