Grüne begrüßen den Rückzug der Agrargenossenschaft Großfahner vom geplanten Genmais-Anbau

Frank Augsten kritisiert den Herkunftsverband Thüringer Wurst
Erfurt, 19.03.08: Auf der gestrigen Bürgerversammlung in Großfahner, an der auch der Landessprecher von Bündnis90/Die Grünen Dr. Frank Augsten als Sprecher des Aktionsbündnisses "Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen" teilnahm, gab der Vorsitzende der Agrargenossenschaft Großfahner, Robert Scheringer, die Aufgabe des geplanten Genmais-Anbaus bekannt. Bündnis90/Die Grünen Thüringen gratulieren der Bürgerinitiative "Für eine gentechnikfreie Region Fahner Höhe" zu diesem großartigen Erfolg. Gleichzeitig bekräftigten die Grünen ihre Kritik am Herkunftsverband Thüringer Wurst für seine Aussagen zur Fütterung mit gentechnisch verändertem Futter.
Von Anfang an hatte der Landesverband von Bündnis90/Die Grünen der Bürgerinitiative in Großfahner und Gierstedt mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Umso größer die Freude am gestrigen Abend. "Wo schlechte Gesetze die Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend schützen, müssen sich diese zum Widerstand organisieren. Das dies erfolgreich sein kann, zeigt das Beispiel Großfahner/Gierstedt, wo um ihre Gesundheit und die Umwelt besorgte Menschen das bisher größte Gentechnik-Vorhaben im Freistaat gestoppt haben." Mit diesen Worten gratuliert Frank Augsten, Landessprecher von Bündnis90/Die Grünen und fachlicher Berater der Bürgerinitiative der Region zu dieser richtungsweisenden Entscheidung.
Der Dank von Bündnis90/Die Grünen geht aber auch an den Vorsitzenden der Agrargenossenschaft Großfahner, Robert Scheringer. "Bei den intensiven Gesprächen mit ihm hatte ich immer den Eindruck, dass er unseren Argumenten gegenüber aufgeschlossen ist. Dass die Thüringer Landwirte angesichts der gentechnikfreundlichen Haltung von Landesregierung, Bauernverband und Fachbehörden sowie der Hochglanzbroschüren der Gentechnik-Industrie nicht objektiv über die Gentechnik informiert werden, ist ein Problem. Umso höher ist es Herrn Scheringer anzurechnen, dass er von seinem Vorhaben so schnell abrückt", beschreibt Augsten die Situation in den letzten Wochen.
Für Bündnis90/Die Grünen darf der Erfolg in Großfahner jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wichtige Akteure in der Lebensmittelverarbeitung ihrer Verantwortung für gesunde Lebensmittel offensichtlich nicht ernst nehmen. "Wenn der Geschäftsführer des Herkunftsverbandes Thüringer Wurst die Verbraucher bezüglich gentechnisch veränderter Lebensmittel zum Umdenken auffordert, dann muss man sich um die gute Qualität der Thüringer Produkte Sorgen machen", kritisiert Augsten die Aussagen von Dr. Horst Schubert in den Medien. "Ihr habt das zu essen, was wir produzieren, klingt so gar nicht nach der von der Gentechlobby propagierten Wahlfreiheit für Landwirte und Verbraucher."
Bündnis90/Die Grünen Thüringen sehen für den Erhalt der Wahlfreiheit viele in der Pflicht: Die Landesregierung muss von ihrer gentechnikfreundlichen Haltung abrücken, der Thüringer Bauernverband muss endlich die objektive Information der Landwirte unterstützen und die lebensmittelverarbeitenden Bereiche dürfen nicht "das Handtuch werfen" in einer Situation, in der es genügend Alternativen für gentechnisch verändertes Futter gibt. Aber auch die Verbraucher sind gefragt. Der beste Schutz vor der Gentechnik ist die Unterstützung der einheimischen Agrarbetriebe, die gentechnikfrei produzieren.