PM Nr.88/08 vom 10.04.2008

Grüne würdigen das Engagement der Bürgerinitiative „Kyffhäuserwald“

Frank Augsten: Thüringer Umweltministerium erweist sich als ungeeigneter Partner bei Biodiversität und Tourismus

Nach starken Protesten der Bürgerinitiative "Kyffhäuserwald" und dem Einräumen von Fehlern der zuständigen Behörden ist der Holzeinschlag im Naturpark Kyffhäuser für die laufende Saison gestoppt worden. Dort  wurden in den letzten Monaten großflächige Baumbestände abgeholzt. Die Maßnahmen kamen einem Kahlschlag gleich, der nicht mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar ist. Der Landessprecher der Thüringer Bündnisgrünen, Frank Augsten, erklärt dazu:

"Im Gegensatz zu den Aussagen in Nachhaltigkeitsbroschüren der Forstwirtschaft wird aktuell im Thüringer Forst so stark abgeholzt wie selten zuvor. Sogar in Wäldern, die als Nationales Naturerbe gesichert werden sollen, wird auf diesem Wege schnell noch Kasse gemacht, wie es auch im Kyffhäuser geschehen ist.

Im Naturpark Kyffhäuser, mitten im Naturschutzgroßprojekt Kyffhäuser gelegen, wurden seit Monaten Kahlschläge in alten Buchenwäldern durchgeführt. Hier dient die Verkehrssicherung als Ausrede für den massiven Holzeinschlag. Doch wie Fotos belegen, wurden nicht nur Bäume unmittelbar am Straßenrand gefällt. Sowohl am Hang über der Straße, als auch unterhalb der Straße wurden großflächige Waldbestände abgeholzt. Unverhältnismäßiger Holzeinschlag wurde ebenfalls um Jena, im Leinawald im Altenburger Land und an der Hohen Schrecke nach Angaben der Umweltverbände betrieben. Diese Art von Forstwirtschaft verstößt gegen die geltende Gesetzgebung und hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun.

Gerade hier hat das zuständige Ministerium versagt und darum ist es ein denkbar schlechter Partner für die Biodiversität im Rahmen der 9. Vertragsstaatenkonferenz (COP9) zur UN-Konvention über biologische Vielfalt, die 2008 in Deutschland stattfindet.
Es klingt zynisch wenn Dr. Karl-Friedrich Thöne, Abteilungsleiter im Umweltministerium, betont, dass es eine bessere Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde durch die Auflösung der Staatlichen Umweltämter ab dem kommenden Monat geben wird. Im Gegenteil: die Auflösung der staatlichen Umweltämter führt zu einer weiteren Verschlechterung der Handlungsfähigkeit der Thüringer Umwelt- und Naturschutzverwaltung.

Wir gratulieren der Bürgerinitiative zu ihrem Erfolg und begrüßen, dass sie auch in Zukunft genau beobachten will, was mit den Wäldern im Naturpark Kyffhäuser geschieht. Das Vorgehen der letzten Wochen schadet nicht nur dem Ökosystem Wald, sondern auch dem Tourismus der Region erheblich."


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Mario Amling
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