Die Agrarprodukte Schmölln GmbH muss Gentech-Mais-Anbau stoppen!

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Auf der gestrigen Bürgerversammlung im überfüllten Saal des Reußischen Hofes in Schmölln, an der auch der Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Frank Augsten, als Sprecher des Aktionsbündnisses "Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen" teilnahm, wurden in leidenschaftlichen Diskussionen von Befürworter und Kritikern Argumente zum geplanten Anbau von gentechnisch veränderten Mais ausgetauscht.

Erfurt, 18.04.08: Wie schon in Großfahner hatten sowohl der Landes- als auch der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN der Bürgerinitiative "Für eine gentechnikfreie Region Altenburger Land" mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Zur gestrigen Veranstaltung hatte der Landessprecher Dr. Frank Augsten als Gentechnikexperte im Podium Platz genommen. Sein Fazit: "Obwohl sich die Geschäftsführer der Agrarprodukte Schmölln Koch und Risch mit einem Vertreter der Gentechfirma INNOPLANTA wissenschaftlichen Beistand an die Seite geholt hatten, konnten sie die Anwesenden nicht überzeugen. Das gebetsmühlenartige Wiederholen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen risikolos seien und die Gentechnikgesetze Verbraucherinnen und Verbraucher schützen wurde von den Kritikern anhand von Fakten eindeutig widerlegt."

Der Abend war ein guter Beleg dafür, wie hausgemachte Probleme – der Agrarbetrieb hält die praxisüblichen Fruchtwechsel nicht ein und fördert durch seine pfluglose Bodenbearbeitung den Schädlingsbefall – durch eine Technologie gelöst werden sollen, deren Folgen auf Grund unzureichender Sicherheitsforschung und fehlender Langzeituntersuchungen nicht absehbar sind. Erste Erfahrungen aus der Praxis nähren jedoch die Vermutung, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen negative Auswirkungen auf die Umwelt und auf die menschliche Gesundheit hat.

Der Landesverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert die Geschäftsführung der Agrarprodukte Schmölln auf, die Ängste und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger Ernst zu nehmen und von der Aussaat des Maises MON810 Abstand zu nehmen. Besonders mit dem Verweis auf die Erklärung der Bodenverpächter, beim Einstieg des Agrarbetriebes in die Gentechnik diesem die verpachteten Flächen zu entziehen, sollte den Herren Koch und Risch klar sein, dass sie die Zukunft ihres Unternehmens auf´s Spiel setzen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen sehen für den Erhalt der Wahlfreiheit viele in der Pflicht: Die Landesregierung muss von ihrer gentechnikfreundlichen Haltung abrücken, der Thüringer Bauernverband muss endlich die objektive Information der Landwirte unterstützen und die lebensmittelverarbeitenden Bereiche dürfen nicht "das Handtuch werfen" in einer Situation, in der es genügend Alternativen für gentechnisch verändertes Futter gibt. Aber auch die Verbraucher sind gefragt: Der beste Schutz vor der Gentechnik ist die Unterstützung der einheimischen Agrarbetriebe, die gentechnikfrei produzieren.