PM Nr.113/08 vom 14.05.2008

Demonstrationsanbau von Gentech-Mais in Buttelstedt: Risiken, aber keinerlei Nutzen für Landwirte und Verbraucher

Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) richtet ihre Feldtage in diesem Jahr in Thüringen aus. Vom 24. bis 26. Juni werden Landwirte aus Deutschland und den benachbarten Staaten nach Buttelstedt (LK Weimarer Land) kommen. Demonstriert wird neben vielen Neuheiten aus der Pflanzenzucht auch gentechnisch veränderter Mais. Der Landesverband von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN verurteilt diesen Gentechnikanbau auf`s Schärfste. Vor allem der Umgang mit den Pflanzen ist aus Sicht der Grünen verantwortungslos.

Erfurt, 14.05.08: Ende April überraschte der internationale Pharma-Multi Monsanto mit der Meldung, dass von dem Mais mit dem gentechnisch eingebauten Bakterium-Gen deshalb keine Gefahr ausginge, weil die Pflanzen auf den Versuchsparzellen in Buttelstedt noch vor der Blüte abgehäckselt würden.

"Man muss kein Wissenschaftler sein, um sich nach dieser Meldung von Monsanto die Frage zu stellen: Wie gefährlich ist denn dann der blühende Mais, der in Ostdeutschland in diesem Jahr auf ca. 3.600 Hektar angebaut wird?" stellt der Gentechnikexperte und Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Frank Augsten fest. "Außerdem muss die Frage gestellt werden, woher Monsanto seine Erkenntnisse hat: Denn bisher gibt es keinerlei Untersuchungen, wie auf dem Feld verbleibende Pflanzenteile des Gentech-Maises wie Wurzeln oder Strunken auf die Bodenflora und --fauna wirken."

Die Aussage, mit dem Häckseln sind mögliche Risiken gebannt, trifft allenfalls für die unerwünschte Verbreitung von Pollen und Samen zu. Inzwischen gibt es genügend Hinweise auf unerwünschte Wirkungen des Bt-Maises auf sogenannte Nichtzielorganismen, so dass Minister Seehofer von Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden sowie von den Grünen nicht ohne Grund aufgefordert wird, die umstrittene Wiederzulassung des Gentech-Maises der Sorte MON810 sofort zurückzunehmen.

Besonders scharf kritisieren die Thüringer Bündnisgrünen, dass der Gentechnikanbau zwar die beschriebenen Risiken, aber keinerlei Nutzen für Landwirte und Verbraucher mit sich bringt. "Der Gentech-Mais wird sich Ende Juni nicht von herkömmlichen unterscheiden. Die neue "Errungenschaft", der Schutz vor Insektenfraß, kann nicht demonstriert werden, weil es den um diese Jahreszeit nicht gibt", so Augsten weiter. "Ein Anbau ohne Nutzen, aber mit Risiken -- das nützt allerhöchstens Monsanto und seinen Helfershelfern."

Der einzig wirksame Schutz gegen mögliche Risiken besteht im Verzicht auf den Anbau des Gentech-Maises in Buttelstedt. Um den Sorgen der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Weimarer Land und der Stadt Weimar eine Stimme zu geben, wird sich am 15.05.08 in Buttelstedt im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung (19.30 Uhr, Sporthalle Regelschule) eine Bürgerinitiative gründen.

BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN werden als Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses "Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen" die Initiative unterstützen.


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