PM Nr.159/08 vom 07.07.2008

Althaus lehnt Streckenreaktivierung zwischen Thüringen und Bayern ab

Astrid Rothe-Beinlich: Bahnlückenschluss schafft Voraussetzungen für Verkehrsverlagerung und ist das energiepolitische Gebot der Stunde

Die ablehnende Haltung des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) gegenüber dem Bahnlückenschluss zwischen Blankenstein und dem oberfränkischen Marxgrün sorgt beim bündnisgrünen Landesverband für Empörung.

"Der Lückenschluss zwischen dem thüringischen und bayerischen Eisenbahnnetz ist insbesondere für den Schienengüterverkehr von herausragender Bedeutung. Die im Thüringer Oberland angesiedelten Unternehmen der Holz- und Zellstoffindustrie setzen schon lange auf den Verkehrsträger Bahn. Das Potenzial für die Schiene ist hier enorm hoch. Um den Bahnanteil weiter steigern zu können, sind die Industriebetriebe allerdings auf die Verbindung durch das Höllental angewiesen, da die bestehende Strecke nach Saalfeld zusätzliche Verkehre nicht unbegrenzt aufnehmen kann", unterstreicht Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen, die hohe Bedeutung, die der Wiederaufbau der gerade einmal 6,3 Kilometer messenden Höllentalbahn für die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene hat.

Auch für den Personenverkehr auf der Schiene zwischen Thüringer Oberland und Frankenwald erwarten die Bündnisgrünen eine positive Entwicklung. "Gerade für den Tourismus im Thüringer Oberland ergeben sich durch die bessere Erreichbarkeit aus Franken zusätzliche Impulse. Dies belegt auch ein Gutachten, das in der Relation Hof – Saalfeld insgesamt 2030 Fahrten täglich prognostiziert hat", so Astrid Rothe-Beinlich zu den regionalen Effekten des Infrastrukturprojekts.

"Sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr sind die Ausgangsbedingungen für eine Reaktivierung hervorragend. Vor dem Hintergrund des eskalierenden Ölpreises bekommt der Wiederaufbau der Höllentalbahn eine besondere Aktualität: 40.000 bis 60.000 Lkw-Fahrten, die sich jetzt über Landstraßen und durch Ortschaften quälen, können mit dem Lückenschluss Blankenstein – Marxgrün jährlich auf die Güterbahn verlagert werden. Es ist eine Torheit, wenn sich Thüringen auf die Offerte Bayerns, das sich bereit erklärt hat, Nahverkehrsleistungen auf der Höllentalbahn zu bestellen, nicht einlässt. Die Regierung Althaus hat die aktuellen energiepolitischen Herausforderungen immer noch nicht erkannt und agiert abermals konzeptlos. Die Strategie "Weg vom Öl" führt ganz wesentlich über die im Güterverkehr um den Faktor vier effizientere Schiene. Eine reaktivierte Höllentalbahn zwischen Thüringen und Bayern ist ein regionaler Baustein dieser Strategie und gehört zwingend in den Nahverkehrsplan für den SPNV", plädiert Astrid Rothe-Beinlich für eine Renaissance der Schiene in der ehemaligen Grenzregion.


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