Grüne meinen: Althaus Forderung nach längeren Atomkraftwerk-Laufzeiten stärkt lediglich die Vormachtstellung der Energiekonzerne
Frank Augsten und Astrid Rothe-Beinlich: Verlängerung der Atomkraftlaufzeit lähmt jeden Fortschritt bei Erneuerbaren Energien
Für eine längere Laufzeit der Atomkraftwerke hat sich Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus ausgesprochen. Dazu erklären die beiden LandessprecherInnen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen, Astrid Rothe-Beinlich und Frank Augsten:
"Die Debatte über die längere Laufzeit von Atomkraftwerken gehört in das 20. Jahrhundert. Herr Althaus und die Thüringer CDU zeigen wieder einmal mehr, dass sie keine Antworten für die Gestaltung unserer Zukunft haben."
"Mit der Atomkraft die Klimaprobleme zu lösen, ist absurd und angesichts der völlig ungelösten Entsorgungsprobleme unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen. Es gibt für den hochradioaktiven Atommüll, der noch über Jahrtausende strahlt, immer noch kein sicheres Endlager", so Frank Augsten.
"Zahlreiche Sicherheitsstudien haben gezeigt, dass es auch in den modernsten Atomkraftwerken zu schweren Unfällen kommen kann - durch menschliches Versagen, durch technische Pannen oder durch terroristische Anschläge. Dieses Restrisiko und seine unbezahlbaren katastrophalen Folgen sind weder zu versichern noch zu verantworten", mahnt Astrid Rothe-Beinlich an.
"Eine Verlängerung der Atomkraftwerke würde vielmehr Milliarden in die Taschen der vier großen Energiekonzerne spielen, die dadurch ihre Macht weiter stärken können. Diese Gewinne zahlt der Verbraucher, von einer Verbilligung des Stroms durch Atomkraft wird er nichts spüren", so Astrid Rothe-Beinlich weiter.
"Was wir brauchen ist ein Bruch mit der Lobbymacht der Konzerne und ernstgemeinte Schritte der Politik zu konsequentem Klimaschutz durch Energieeinsparung und Erneuerbaren Energien! Die Doppelzüngigkeit von Althaus, einerseits die Erneuerbaren Energien vorantreiben zu wollen und andererseits an der Atomenergie festzuhalten, lehnen wir nachdrücklich ab. Beides zusammen schließt sich aus. Mit der Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke wird ein zügiger Ausbau der Erneuerbaren Energien in Frage gestellt und letztlich die Chance genommen", kritisiert Frank Augsten.
"Wir sind in der Pflicht, jetzt die Weichen für eine nachhaltige Energieversorgung zu stellen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen sind sich dieser Verantwortung bewusst mit einem klaren "JA" zum Atomausstieg", schließen beide LandessprecherInnen.
Stefanie Dolling
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