PM Nr.220/08 vom 07.10.2008

Grüne fordern von Thüringer Landesregierung Taten statt blumiger Regierungserklärungen

Astrid Rothe-Beinlich: Kinder brauchen von Anfang an gerechte Startchancen!

In Thüringen sind knapp 60.000 Kinder im Alter bis 15 Jahre von Sozialleistungen abhängig. Betroffen sind laut einer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena erstellten Studie vor allem Kinder von Alleinerziehenden.

Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:

"Der Zusammenhang von Bildung und Armut ist längst erwiesen. Der Zugang zu und der erfolgreiche Erwerb von Bildung ist der Türöffner zur gesellschaftlichen Teilhabe. Die im Thüringer Bildungssystem bestehenden Übergänge und Schwellen führen zu einer Auslese, die für viele in der sozialen Sackgasse endet."

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen durch eine Bildungsoffensive, Teilhabegerechtigkeit und Existenzsicherung gleichermaßen endlich den Teufelskreislauf der Bildungsarmut durchbrechen.

"Der Zugang zu Bildung ist die Gerechtigkeitsfrage des 21. Jahrhunderts. Köpfchen sind unser Kapital und ihnen soll auch die Zukunft gehören. Dazu gehört, dass frühkindliche Bildung und Erziehung perspektivisch beitragsfrei gestellt wird, denn Erziehung ab dem ersten Lebensjahr darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein. Weiterhin machen wir uns für das längere gemeinsame Lernen stark", so Astrid Rothe-Beinlich weiter.

"Um allen gleichermaßen den Zugang – auch zu weiterführenden Schulen – zu ermöglichen, müssen die finanziellen Anforderungen an die Eltern gesenkt und Kosten für Lehr- und Lernmittel oder auch die Beförderung zumindest für Kinder aus einkommensschwachen Familien während des gesamten Schulbesuchs vom Land übernommen werden. Damit können Bildungsbarrieren wirklich zielführend gesenkt werden", meint die grüne Landessprecherin.

"Um Kinder und Jugendliche frühzeitig umfassend zu fördern, müssen Angebote der Jugendsozialarbeit, auch im ländlichen Raum, unterstützt werden. Die Jugendverbands- und Schulsozialarbeit muss in Thüringen dringend ausgebaut und als Pflichtleistung verstanden werden. Sie muss auf die Jugendlichen zugehen, sie mitnehmen und ihnen Zukunftsperspektiven aufzeigen, insbesondere in Regionen, aus denen sich der Staat in den letzten Jahren immer mehr zurückgezogen hat. Ernst gemeinte Teilhabe von Kindern und Jugendlichen bedeutet aber auch, sie frühzeitig an demokratischen Prozessen zu beteiligen. Auch die Rechtstellung von Kindern muss klargestellt und ihre Rechte auf Förderung und Bildung gestärkt werden. Kinderrechte sind Menschenrechte. Alle Kinder haben das Recht auf Anerkennung und Förderung sowie auf den Schutz dieser Rechte. Das Land Thüringen muss daher endlich aktiv werden und im Bundesrat eine Initiative für die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz starten. Wir fordern von der Thüringer Landesregierung Taten statt blumiger Worte in Regierungserklärungen", schließt Astrid Rothe-Beinlich.

(c) BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen
Stefanie Dolling
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