Grüne akzeptieren weder Studiengebühren noch Verwaltungsgebühren
Astrid Rothe-Beinlich und Co-Pierre Georg: Soziale Herkunft darf nicht über den Hochschulzugang entscheiden
Medienberichten zufolge soll das Bundesbildungsministerium seit Wochen eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) zurückhalten, die besagt, dass Studiengebühren auf StudienanfängerInnen abschreckend wirken.
"Negative Studienergebnisse zu verheimlichen, nur um die Bildungs- und Hochschulpolitik nicht in einem schlechten Licht dastehen zu lassen, ist mindestens fragwürdig. Mit gerade einmal 37% liegt die Studienanfängerquote in Deutschland spürbar unter dem politisch gewünschten Ziel von 40% und sehr deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten, der etwa 54% beträgt. Hier muss die Landesregierung Thüringen gegensteuern. Es kann einfach nicht sein, dass wir nach wie vor wichtige Potenziale verschenken, indem wir akzeptieren, dass Kinder aus Familien mit geringem Einkommen, oder aus bildungsfernen Schichten, deutlich seltener die Chance zum Studieren haben, als solche aus AkademikerInnenfamilien. Für uns steht daher fest, dass BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN weder Studiengebühren, noch Verwaltungsgebühren akzeptieren", erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern deshalb ein gebührenfreies Studium für Thüringer Studierende, auch um den Standortvorteil Thüringen zu erhalten und somit dem demographischen Wandel Einhalt zu gebieten.
"Auch im Bereich der Studienfinanzierung herrscht noch dringender Handlungsbedarf. Viele Studierende sind gezwungen, neben dem Studium einen, oder teilweise mehrere Nebenjobs gleichzeitig auszuüben, um somit ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können. Durch die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen wurde die Situation der Studierenden drastisch verschärft, denn die neuen Studiengänge lassen häufig weder Zeit für soziales oder politisches Engagement, noch für einen Nebenjob. Um diese Verschlechterung der sozialen Lage abzufedern, braucht es ein starkes und ausreichend finanziertes Studentenwerk in Thüringen. Außerdem stellt der aktuell gültige Semesterbeitrag in Höhe von 183,20 EUR, der an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu bezahlen ist, Studiengebühren in einer 'light'-Variante dar, für den viele Studierenden schon jetzt sehr tief in die Tasche greifen müssen", ergänzt Co-Pierre Georg, Hochschulpolitischer Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen.
Stefanie Dolling
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