Gentech-Mais-Anbau in Schmölln nicht nur unnütz, sondern auch gefährlich

maisfeld

In den vergangenen Tagen zog der Geschäftsführer der Agrarprodukte Schmölln GmbH, Reiner Risch, bezüglich des Anbaus von gentechnisch verändertem Mais eine positive Bilanz. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen verweisen angesichts dieser angeblich positiven Nachrichten erneut auf die Gefährlichkeit solcher Experimente und fordern den Betrieb auf, in den kommenden Anbauperioden auf Gentech-Pflanzen zu verzichten.

Zweifelsohne stellt der Maiszünsler als Schädling für die Landwirte ein Problem dar. Eine Umfrage bei den Bauern ergab, dass sich die Schäden in diesem Jahr in Thüringen sehr unterschiedlich gestalten. Auf Grund der Frühsommer-Trockenheit und der dadurch bedingten schlechten Entwicklung des Maises gibt es in Südthüringen und im Regenschattengebiet nördlich von Erfurt Ausfälle bis zu 25 Prozent. Anders in Ostthüringen, wo sich der Mais gut entwickelt hat und die zünslerbedingten Ertragseinbußen in der Regel um fünf Prozent liegen.

"Wir haben uns die Maisbestände der Agrarprodukte GmbH Schmölln angeschaut und können die von Herrn Risch in die Welt gesetzten "mehr als 30 Prozent Schäden" an den konventionellen Pflanzen in keiner Weise nachvollziehen", beurteilt der Agrarexperte und Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Frank Augsten, die Situation. "Wie wir mit Fotos eindrucksvoll belegen können, sind nur für ausgewiesene Experten überhaupt Zünslerspuren feststellbar."

Wenn man dabei außerdem in Betracht zieht, dass der Agrarbetrieb Schmölln wenig unternimmt, um den Maiszünsler konventionell zu bekämpfen, relativieren sich die Aussagen von Herrn Risch noch einmal. "Während die meisten Landwirtschaftsbetriebe der Gentechnik zu Recht sehr kritisch gegenüber stehen und durch gute landwirtschaftliche Praxis Schädlinge wie den Zünsler abzuwehren versuchen, hat man in Schmölln den Eindruck, dass der Maisschädling sehr willkommen ist", kritisiert Augsten. "Wer im Winter die Maisstoppeln stehen lässt und auf einem Maisfeld im kommenden Jahr wieder Mais anbaut, betreibt eine regelrechte Maiszünslerzucht."

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen wiederholen ihre Kritik an der Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft. Anstatt den bunten Broschüren der Gentechnikindustrie mit den vollmundigen Versprechen Glauben zu schenken, sollten sich die Landwirte neutral und objektiv informieren. So gibt zum Beispiel das "Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen" regelmäßig einen kostenlosen Newsletter mit den aktuellsten Informationen aus allen Gentechnik-Anbau-Gebieten weltweit heraus, der die Gefahren des Gentechnikanbaus in der landwirtschaftlichen Praxis verdeutlicht.

"Wir können es uns im Gegensatz zu chemischen Verbindungen wie DDT, FCKW und Dioxin bei der Gentechnik nicht leisten, etwas in die Welt zu setzen, was uns und der Umwelt schadet", fasst Augsten den Standpunkt der Grünen zusammen. "Bei Chemikalien gibt es nach dem Verbot einen schrittweisen Verdünnungseffekt und die Probleme erledigen sich über kurz oder lang. Gentechnisch veränderte Organismen leben, sie vermehren sich, mutieren und machen in der freien Natur möglicherweise etwas anderes als im Labor oder auf dem Versuchsfeld. Deshalb ist absolute Sicherheit oberstes Gebot – Versuche wie in Schmölln sind deshalb nicht nur unnütz, sondern auch höchst fahrlässig."