PM Nr.243/08 vom 23.10.2008

Thüringer Grüne sprechen sich erneut für Nordsee-Pipeline aus

Dr. Frank Augsten und Richard Janus: Unternehmensgewinne auf Kosten der Umwelt

K+S stellt hoch profitable Düngemittel her und belastet dabei stark die Umwelt. Diese Umweltbelastungen schaden Mensch und Umwelt dauerhaft und über Generationen hinaus. Bisher hat sich K+S gegen eine Nordsee-Pipeline als Alternative zur Entsorgung der Laugenabwässer ausgesprochen. Seit Montag kommt Bewegung in die Diskussion.

Im Jahr 2007 hat K+S 6,4 Millionen Euro in den Gewässerschutz investiert. Bei einen Umsatz von mehr als 3,3 Milliarden Euro ist das viel zu wenig. Ohne konkretes Handeln bleibt der Begriff "Nachhaltigkeit" eine leere Worthülse. "Wenn es K+S mit der Nachhaltigkeit ihrer Produktion wirklich ernst meint, wäre es höchste Zeit, sich für den Bau einer Nordsee-Pipeline einzusetzen. Dieser ist längst überfällig. Die Umweltministerien der Flussgebietsanrainer müssen sicherstellen, dass sich der neue DAX-Konzern an Recht und Gesetz halte", kritisiert der Landessprecher der Thüringer Bündnisgrünen, Dr. Frank Augsten, die Unternehmenspolitik von K+S.

"Das jetzige Umdenken bei K+S eine Nordsee-Pipeline in Erwägung zu ziehen, zeigt, dass Profitgier auf Kosten der Umwelt nicht zu dulden ist und der Bürgerprotest sich lohnt und weitergehen muss", so Augsten weiter.

Die Verpressung von Salzwasser in den Untergrund führt ebenfalls verstärkt zu Problemen. Nicht nur im Fulda-Revier, wo die Verpressung durch das hessische Landesamt für Geologie und Umwelt bereits gestoppt wurde, sondern auch im Werra-Revier gibt es erhebliche Probleme durch Salzabwässer im Untergrund. "Wir fordern K+S auf diese Entsorgungspraxis an der Werra unverzüglich zu beenden, um den Schutz des Trinkwassers zu garantieren und diffuse Einträge in Oberflächengewässer zu stoppen", sagt der grüne Werrabeauftragte Richard Janus.

Eine weitere Möglichkeit, den Bergbau für die Zukunft fit zu machen, besteht im Versatz von Abraum. Das bedeutet, dass der Abraum aus dem Bergbau in stillgelegte Stollen eingebracht wird. "In Thüringen wird dieser Versatz unter Tage seit Jahren praktiziert. Es ist für uns absolut unverständlich, dass es in Hessen eine Genehmigung für versatzlosen Abbau gibt, wodurch die Salzhalden über Tage immer weiter aufwachsen", schließt Janus.


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