PM Nr.246/08 vom 27.10.2008

Grüne begrüßen die Klausel zur B 87n im hessischen Koalitionsvertrag

Astrid Rothe-Beinlich und Frank Augsten: Hoffentlich bleibt die Rhön nun nicht mehr auf der Strecke

Wie aus dem Koalitionsvertrag zwischen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Hessen hervorgeht, wird die B 87n quer durch das Biosphärenreservat Rhön abgelehnt. Stattdessen sind der Ausbau vorhandener Straßen und Ortsumgehungen geplant. Dazu erklären Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin und Spitzenkandidatin und Frank Augsten, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:

"Wir begrüßen die Entscheidung der künftigen hessischen Koalition, den Bau der Rhöntrasse abzulehnen. Nun appellieren wir an die Thüringer Landesregierung, es der hessischen Regierungskoalition gleich zu tun."

"Es ist verlogen, dass von offizieller Seite stets der Eindruck erweckt wird, die Trasse von Fulda nach Meiningen würde für die Menschen vor Ort gebaut. In Wirklichkeit würde die Rhöntrasse lediglich eine strategische Abkürzung zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Erfurt sowie Osteuropa darstellen. Unvermeidliche Folge wäre also, dass die Trasse im erheblichen Ausmaß den Transitverkehr durch die Region führen würde. Es zeugt von einem Tunnelblick, wenn man Straßenbau als das Allheilmittel für einen Wirtschaftsaufschwung hält. Um die Wirtschaftskraft der Region zu stärken, ist eine sorgfältige und nachhaltige Regionalentwicklung notwendig, besonders in den ländlichen Bereichen der Rhön", erklärt Astrid Rothe-Beinlich die verkehrspolitischen Gesichtspunkte.

"Der Bau wäre fatal für das Biosphärenreservat Rhön und steht den ökologischen wie auch strukturellen Zielsetzungen für diese hochsensible Region völlig entgegen. Die gute Entwicklung der letzten Jahre würde zunichte gemacht. Erhebliche Beeinträchtigungen für das Landschaftsbild und die Lebensqualität wären die Folgen", ergänzt Landessprecher Frank Augsten.

"Das Vorhaben, die Rhöntrasse zu bauen, entwertet die Region, lebt sie doch vom Tourismus und ihrer einmaligen Landschaft. Auch die Rückkehr der Wildkatze würde durch die Zerschneidung durch eine neue Straßentrasse erneut in Frage gestellt", so Frank Augsten weiter.

"Der Bau von durchdachten bedarfsgerechten Ortsumgehungen zur Verkehrsentlastungen ist die einzige sinnvolle Alternative. Nur so können die Zerschneidung bisher unberührter Naturräume, das Verschlingen von Unsummen an Steuergeldern und das Anziehen von neuem Verkehr verhindert werden. Die Thüringer Landesregierung sollte sich am hessischen Vorbild orientieren und nicht an der Rhönquerung festhalten. Wer die Ölabhängigkeit reduzieren und das Klima schützen will, kann nicht in realitätsblinder "Weiter-So-Mentalität" hohe Investitionsmittel für den Verkehrsträger fordern, der zu über 90 Prozent auf den Treibstoff Öl angewiesen ist", erklären Astrid Rothe-Beinlich und Frank Augsten abschließend.


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