PM Nr.264/08 vom 13.11.2008

Grüne unterstützen Kundgebung gegen Intensivtierhaltung in der Landwirtschaft

Dr. Frank Augsten: Tierhaltung muss umwelt- und tiergerecht erfolgen

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen steht fest: Die regionale Produktion und Wertschöpfung in der Landwirtschaft hat für uns oberste Priorität. Bei einem Selbstversorgungsgrad von ca. 70 Prozent bei Schweinefleisch besteht im Freistaat, der gern und zu recht mit der Thüringer Bratwurst wirbt, Nachholbedarf in der Schweinhaltung. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir jeden Plan zur Erweiterung der Schweinefleischerzeugung automatisch unterstützen.

"Wenn der Verbraucher gut informiert ist, entscheidet er sich für Fleisch, Eier, Milch und Käse aus artgerechter Tierhaltung", bewertet Agrarexperte und Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Frank Augsten, die Situation. "Für uns ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wie Politik und Investoren auf Tierhaltungen setzen, die aus Gründen des mangelhaften Tier- und Umweltschutzes zu Recht in der Kritik stehen und deshalb Gefahr laufen, in absehbarer Zeit ihre Zulassungen zu verlieren."

Besonders kritisch stehen die Thüringer Grünen Plänen gegenüber, die offenbar ohne Rücksicht auf das Umfeld und die Bewohner "durchgedrückt" werden sollen. "Eine industrielle Intensivtierhaltungsanlage mit allen ihren Problemen wie erhöhtes Verkehrs- und Gülleaufkommen, Geruchsbelästigungen, Staubbelastungen und vieles mehr mag ein paar Arbeitsplätze bringen - der Wertverlust des Bodens und der Grundstücke wird viele Bewohner, vor allem junge Menschen, dazu bewegen ihre Heimat zu verlassen", so Augsten weiter. "Ein weiteres Problem besteht darin, dass derartige Intensivanlagen bestehende weniger wettbewerbsfähige Anlagen gefährden."

Deshalb unterstützen wir die Bürgerinitiativen in Alkersleben und Immenrode in ihrem Kampf gegen die geplanten Großanlagen.

Landessprecher Dr. Frank Augsten, der bereits bei Bürgerversammlungen die Pläne der Investoren in Alkersleben und Immenrode scharf kritisierte, nimmt am Freitag an der Kundgebung gegen industrielle Massentierhaltung in Erfurt teil. In seiner Rede wird er die Gefahren der Intensivtierhaltung benennen und Alternativen wie die ökologische Tierhaltung aufzeigen.

Zeit: 14.11.08 ab 14:00 Uhr
Ort: vor dem Thüringer Landtag in Erfurt

Bürgerinitiativen, Umweltschutzorganisationen, Parteien und der DGB Thüringen rufen gemeinsam mit führenden Thüringer Industrieunternehmen unter der Federführung des BUND Thüringen zur Protestkundgebung gegen industrielle Massentierhaltung in Thüringen vor dem Thüringer Landtag auf.


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