PM Nr.267/08 vom 19.11.2008

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel und mehr Gerechtigkeit in der Agrarpolitik

Frank Augsten: Umwelt, Tiere und Arbeitsplätze müssen profitieren

Zur Ablehnung der Bundesländer bei den Kürzungen der Direktzahlungen und zum Beginn der entscheidenden Verhandlungen über die Neuverteilung der EU-Fördergelder in der Landwirtschaft, erklärt der Landessprecher der Thüringer Bündnisgrünen, Frank Augsten:

"Thüringen muss seine Haltung bei der zukunftsfähigen Weiterentwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik überdenken. Das jetzige System ist ungerecht und benachteiligt die Gebiete, die wesentlich schlechter gestellt sind, aber einen großen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Landwirtschaft muss endlich in die Lösung der drängenden Aufgaben unserer Zeit - Klimaschutz, Ernährungssicherheit und Erhalt der Artenvielfalt - eingebunden werden. Die EU-Kommission hat sinnvolle Vorschläge vorgelegt, um diese Herausforderungen zu bewältigen.

Wir dürfen nicht die Chance einer gerechten, nachhaltigen und effektiven Agrarpolitik, den alleinigen Interessen der Agrar- und der Lebensmittelindustrie opfern. Es ist an der Zeit, die Agrarpolitik im Sinne der bäuerlichen Landwirtschaft, der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie des Klima- und Umweltschutzes zu korrigieren.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen sprechen ganz bewusst nicht von Subventionen. Die Landwirtschaftsbetriebe in den Gebieten mit den schlechteren Böden erledigen neben der Produktion von Nahrungsmitteln auch noch wichtige soziale und ökologische Aufgaben - als größte, oftmals einzige Arbeitgeber in der Region, als Landschaftspfleger, als Mittelpunkt des dörflichen Lebens und in den Bereichen Umwelt- und Tierschutz.

Diese wichtigen Dienstleistungen an der Gesellschaft sind genauso zu honorieren wie die von Lehrern, Ärzten und Behörden. Und dass das kein zusätzliches Geld kosten muss, zeigen zahlreiche Vorschläge, die auf eine Umverteilung der landwirtschaftlichen Direktzahlungen in die sogenannte "Zweite Säule" mit ihren Qualitäts-, Umwelt- und Tierschutzprogrammen abzielen. Berücksichtigen wir dann noch die Bindung der Direktzahlungen an die Anzahl der Arbeitskräfte im Betrieb, haben wir endlich ein gerechtes, zukunftsfähiges System."


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Mario Amling
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