Linkspartei leistet Geschichtsklitterung Vorschub
Astrid Rothe-Beinlich und Steffi Lemke: Opferbiographien werden mit Füßen getreten
Zu den Äußerungen von Bodo Ramelow und den Reaktionen von Knut Korschwesky, Landesvorsitzender der Linkspartei Thüringen, erklären Steffi Lemke, Politische Bundesgeschäftsführerin von BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN und Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied im Bundesvorstand und Landessprecherin in Thüringen:
"Die Herren Ramelow und Korschewsky leugnen im Jubiläumsjahr der Friedlichen Revolution von 1989 den Schießbefehl an der Mauer und versuchen, die DDR als Unrechtsstaat zu relativieren.
Beide leisten damit einen Offenbarungseid für den Umgang der Partei "Die Linke" mit ihrer DDR-Vergangenheit - 20 Jahre nach dem Mauerfall.
Die Äußerungen von Ramelow und Korschwesky, ein Schießbefehl sei ihnen nicht bekannt, verhöhnen die Mauertoten und die Opfer des SED-Regimes. Offenkundig um ehemalige SED- und Stasifunktionäre zur Wahl der Linkspartei zu bewegen, wird die Biographie der Opfer mit Füßen getreten und Geschichtsklitterung Vorschub geleistet.
Wir fordern eine umgehende Distanzierung der Linksparteiführung, namentlich durch Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, von diesen Äußerungen. Wer hier keine Klarstellung vornimmt, trägt selbst die Verantwortung für Geschichtsverfälschung und Verhöhnung aller, die im Unrechtsstaat DDR Leid erfahren haben."