Thüringens Felder 2009 gentechnikfrei - Ministerin Aigner verbietet MON810-Anbau
Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner hat heute das Ruhen der Genehmigung des gentechnisch veränderten Maises MON810 angeordnet. Deutschland ist damit der 6. EU-Mitgliedsstaat, der von der Schutzklausel nach EU-Freisetzungsrichtlinie Gebrauch macht. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen begrüßen die Entscheidung als Erfolg des Widerstandes der gentechnikkritischen Bewegung.
Mit großer Erleichterung hat die gentechnikkritische Bewegung die Entscheidung von Frau Aigner zur Kenntnis genommen, stand doch zu befürchten, dass sie wie ihr Vorgänger Seehofer das längst fällige Verbot erst nach der Mais-Aussaat ausspricht und somit unumkehrbare Tatsachen schafft.
"Frau Aigner hat wahrscheinlich die Lektion gelernt, wonach sich Verbraucherinnen und Verbraucher nicht täuschen lassen. Seehofers vorjähriges Verbot nach der MON810-Aussaat war nicht nur eine Farce, sondern ein Schlag ins Gesicht all` derer, die sich eindeutig gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel aussprechen", bewertet Gentechnikexperte und Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Frank Augsten, die heutige Entscheidung. "Und vielleicht hat auch geholfen, dass die CSU nach der verkorksten Landtagswahl nun um den Wiedereinzug in das Europäische Parlament bangt."
Für Thüringen bedeutet die Entscheidung, dass sich der Widerstand gegen die einzige geplante Freisetzung in Dachwig bei Gotha erledigt hat.
"Auch wenn die MON810-Freiheit nun für ganz Deutschland gilt, so sind wir doch sehr stolz darauf, dass sich die Landwirte in Thüringen auch ohne das Machtwort der Ministerin gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen positioniert haben", so Augsten weiter. "Sie haben damit Weitsicht bewiesen, ganz im Gegensatz zur Thüringer Landesregierung und der Spitze des Landesbauernverbandes. Beide haben sich bis zuletzt ausgesprochen gentechnikfreundlich präsentiert. Sich ausgerechnet von der CSU einen Deckzettel in Punkto Verbraucher- und Umweltschutz verpassen zu lassen, spricht wohl Bände."
Die Freude über diesen großartigen Erfolg des Gentechnikwiderstandes darf nicht darüber hinweg täuschen, dass im Bereich Gentechnik noch vielerlei Ungemach droht: Von weiteren Maissorten über pharmazeutisch wirksame Kartoffeln bis hin zu Monsanto-Patenten auf Schweine-Gene reicht die Palette aus dem Zauberkasten. Der Widerstand muss also weitergehen - jetzt erst recht.