PM Nr.231 vom 08.08.2009

Grüne werben mit Sonderzug für zügigen Ausbau der Mitte-Deutschland-Bahn

Astrid Rothe-Beinlich: Ausbau wichtigster Bahnstrecke im Freistaat muss endlich vollendet werden - Elektrifizierung ist Schlüsselprojekt für die Entwicklung Ostthüringens

Gleis 3 am Erfurter Hauptbahnhof: Pünktlich um 10:06 Uhr gab heute Astrid Rothe-Beinlich, Spitzenkandidatin der Thüringer Bündnisgrünen, per Schaffnerpfeife den symbolischen Abfahrauftrag für den grünen Sonderzug von Erfurt nach Chemnitz.
Der Landtagswahlkampf der Thüringer Bündnisgrünen hat damit buchstäblich Fahrt aufgenommen und greift dabei gleich ein verkehrspolitisches Thema auf, das seit Jahren ein Dauerbrenner im Freistaat ist: Der Ausbau der Mitte-Deutschland-Bahn zu einer vollwertigen elektrifizierten Hauptbahn.

"Unser Sonderzug, mit dem wir uns auch für die Elektrifizierung der Strecke stark machen, ist ein deutliches Signal für eine bessere Verkehrspolitik in Thüringen", sagte Astrid Rothe-Beinlich bei der Begrüßung der Fahrgäste im gut besetzten Wahlkampfexpress, zu denen auch der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbands PRO BAHN, Karl-Peter Naumann, zählt.

"Für uns ist klar, dass angesichts von Klimawandel und drohender Ölverknappung dem energieeffizienten Verkehrsträger Bahn als Rückgrat eines attraktiven öffentlichen Verkehrs künftig eine bedeutendere Rolle zukommen wird. Daher müssen wir bei den Verkehrsinvestitionen die Weichen neu stellen. Schiene vor Straße -- Ausbau vor Neubau lautet daher unsere verkehrspolitische Devise", verdeutlicht die Thüringer Spitzengrüne die klaren Prioritäten ihrer Partei in der Verkehrspolitik.

"Wenn wir in Thüringen Menschen zum Umsteigen auf die Bahn bewegen wollen, müssen wir dort beginnen, wo die größten Potentiale schlummern und wo Investitionen den größten Nutzen bringen. Das ist in Thüringen ganz eindeutig die Mitte-Deutschland-Bahn, entlang der rund 40 Prozent der ThüringerInnen leben. Die Städtekette von Eisenach bis Gera muss eher heute als morgen im Halbstundentakt bedient werden, was derzeit allerdings schon an den eingleisigen Abschnitten östlich von Weimar scheitert", unterstreicht Astrid Rothe-Beinlich die Bedeutung der Achse für den Nahverkehr im Land.

"Die Bedeutung der Mitte-Deutschland-Verbindung reicht jedoch weit über Thüringen hinaus. Die Abkoppelung Jenas und Geras im Ost-West-Fernverkehr hat die Erreichbarkeit Ostthüringens drastisch verschlechtert. Wir halten die Wiederanbindung dieser Großstädte an das Fernverkehrsnetz für ein Schlüsselprojekt in der Regionalentwicklung Ostthüringens. Voraussetzung dafür ist die Elektrifizierung der 103 Kilometer zwischen Weimar und Gößnitz, die rund 130 Millionen Euro kosten würde. Hier unterscheiden wir Bündnisgrünen uns auch fundamental von CDU und SPD, die Thüringens wichtigste Bahnstrecke zu einer Zubringerstrecke für den ICE-Knoten Erfurt degradieren wollen. Ostthüringens und Westsachsens Chance liegt aber gerade im durchgehenden Fernverkehr und der Einbindung in das deutsche Fernverkehrsnetz mit Direktverbindungen. Die Mitte-Deutschland-Verbindung hat eine eigene Funktion als Fernverkehrsachse, die von der ICE-Strecke durch den Thüringer Wald nicht übernommen werden kann, wie offenbar einige CDU-Landespolitiker glauben machen wollen", so Astrid Rothe-Beinlich zur passiven Haltung der Landesregierung.

Auf der Rückfahrt stellt der grüne Wahlkampfexpress noch einen Rekord auf: Von Chemnitz nach Jena braucht der RegioShuttle der Erfurter Bahn nur eine Stunde und 41 Minuten. Der Regionalexpress von Chemnitz nach Göttingen benötigt dagegen für diesen Abschnitt im Regelverkehr zwei Stunden und neun Minuten. Dabei ist die Strecke im Bereich Gößnitz -- Glauchau noch nicht einmal ausgebaut.

"Das zeigt, welches Potential für Fahrzeitverkürzungen in der Verbindung steckt und es ist ein gutes Signal zum Abschluss unserer Fahrt. Die Mitte-Deutschland-Bahn hat Zukunft", schließt die Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen.


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