Energiewende: Zwischen Wirklichkeit und Realität liegen Welten
Dr. Frank Augsten: Thüringen schwimmt auf der grünen Welle
Zur aktuellen Diskussion über eine Energiewende für Thüringer erklärt Dr. Frank Augsten, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Es freut uns, dass auch die anderen Parteien endlich die Wichtigkeit der Erneuerbaren Energien erkannt haben und unsere Konzepte zu kopieren versuchen. Doch betrachtet man die Realität, liegen zwischen Wirklichkeit und Schein Welten. Wir fordern ein grundlegendes Umdenken in der Energiepolitik.
Sowohl CDU und SPD setzen in Regierungsverantwortung, in Bund und Land, auf Energien aus dem letzten Jahrhundert, die auf das Abstellgleis gehören. Die Versuche der CDU, die Atomkraft neben den Erneuerbaren Energien als Zukunftsoption zu etablieren, sind nicht nur ökologisch und sozial unverantwortbar, diese Kombination ist auch energiewirtschaftlich nicht tragbar. Genauso setzt Herr Machnig und die SPD auf die Kohlekraft. Dies ist keine zukunftsfähige Energiepolitik.
Die bundesweit tätige und anerkannte Agentur für erneuerbare Energien hat Ende vorigen Jahres zum Thema ein Ranking veröffentlicht. Thüringen liegt in den wichtigen Bereichen auf den hinteren Plätzen. Thüringen hat zum Beispiel ein hervorragendes Bioenergieprogramm, welches Parlament und Landesregierung wohlwollend zur Kenntnis genommen hat. Das war es aber auch schon, denn Geld gibt es dafür nicht.
Thüringen ist Spitze in der Produktion von Solarmodulen, aber nicht in der Anwendung. Mantraartig trägt die Landesregierung die Mär vom "Thüringen als schwarzes Loch Deutschlands" vor sich her. Offensichtlich fürchten sich viele der politisch Verantwortlichen, die in den Aufsichtsräten und Vorständen großer Energieunternehmen sitzen, vor sinkenden Verkaufszahlen bei Kohle, Erdöl, Gas und Atomstrom. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie auf beiden Ohren taub zu sein scheinen, wenn Solaranlagenbetreiber die hervorragende Ausbeute loben.
Die konsequente Förderung der Erneuerbaren Energien und der nachwachsenden Rohstoffe erschließt neue Wertschöpfungspotentiale für die ländliche Wirtschaft. Dazu zählt auch der weitere Ausbau der Windenergie in Thüringen, der bisher am politischem Willen der Landesregierung scheitert. Wir stehen für eine Energiepolitik mit Weitblick. Windenergie bringt eine Mehrfach-Rendite: klimafreundliche Energie vor Ort, Geld in die meist ländlichen Kommunen durch die Gewerbesteuer und die Fläche, die weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann.
Energieeinsparung und Energieeffizienz spielen beim Konzept der Landesregierung keine Rolle.
Der Neubau von Kohlekraftwerken, Attacken gegen den Atomausstieg sowie Blockaden gegen die Erneuerbaren Energien widersprechen ehrgeizigen Zielen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien und einer wirklichen Energiewende!"
Mario Amling
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