Bahnhöfe müssen wieder zur Visitenkarte der Städte und Gemeinden werden
Astrid Rothe-Beinlich: Land muss Kommunen bei Bahnhofsprojekten stärker unterstützen
Zu den Investitionsmitteln für die Sanierung von Personenbahnhöfen aus dem Konjunkturprogramm erklärt Astrid Rothe-Beinlich:
"Es ist gut, wenn bei Infrastrukturinvestitionen in das System Schiene nicht allein an Streckenausbau und -neubau gedacht wird. 6,4 Millionen Euro aus den Konjunkturpaketen I und II fließen in die Aufwertung der Bahnhöfe in Thüringen.
Wer den Zustand von Haltepunkten, Empfangsgebäuden und des Bahnhofsumfeldes in unserem Land kennt, der weiß, dass die Mittel aus dem "Paket Personenbahnhöfe" gut angelegt sind aber nur ein bescheidener Anfang sein können.
Bündnis 90/Die Grünen sind sich der hohen Bedeutung die einem attraktiven Bahnhofsumfeld und einer fahrgastfreundlichen Gestaltung von Zugangsstellen zukommt bewusst. Die 324 Bahnhöfe und Haltepunkte im Land müssen wieder zur Visitenkarte der Städte und Gemeinden werden. Einladende Stationen sind auch eine Aushängeschild eines attraktiven öffentlichen Verkehrs, mit denen wir Menschen für öffentliche Verkehrsmittel gewinnen können.
Davon sind wir leider noch weit entfernt. Die Anstrengungen auf Landesebene, wie das seit 1997 laufende Bahnhofsverschönerungsprogramm, müssen verstärkt und zu einem echten Revitalisierungsprogramm ausgebaut werden.
Ein Schlüssel bei der Renaissance der Bahnhöfe kommt der Unterstützung der Kommunen zu. Bisher müssen sich Städte und Gemeinden durch einen Dschungel von Zuständigkeiten kämpfen, wenn sie "ihren Bahnhof" erwerben und aufwerten wollen. Besonders negativ wirkt sich hier die Übertragung von Bahnhofsgebäuden durch die DB Station & Service AG auf Immobilieninvestoren aus - eine Entwicklungsblockade bei der Revitalisierung von Bahnhöfen. Eigentlich müsste die DB ihre baulich oftmals vernachlässigten Immobilien für den symbolischen Euro an die Kommunen abgeben. Das Land muss an dieser Stelle stärker als bisher Kommunen aktiv zur Seite stehen."
Mario Amling
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