Studie belegt: Thüringen ist bundesweit Schlusslicht bei den Gaspreissenkungen
Astrid Rothe-Beinlich fordert faire und transparente Gaspreise
"Die Gasversorger geben mögliche Preissenkungen nicht angemessen an die VerbraucherInnen weiter. Ganz besonders trifft dies auf Thüringen zu. Hier wurden die Preise im Schnitt um nur 13-14 Prozent gesenkt, obgleich die Preise im Schnitt um etwa 27 Prozent hätten sinken müssen", kommentiert die Spitzenkandidatin der Thüringer Bündnisgrünen das Ergebnis eines Gutachtens von Gunnar Harms, der im Auftrag der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die aktuelle Studie erarbeitet hat.
Die Studie stützt sich auf bundesweite Daten des Verbraucherportals Verivox und bezieht aktuell angekündigte Preissenkungen und den wieder gestiegenen Ölpreis mit in die Berechnungen ein.
In Thüringen beträgt der Durchschnittspreis für Gas ab Oktober 5,62 Cent je kwh, im Bundesdurchschnitt sind es hingegen 5,29 Cent. Der günstigste Anbieter in Thüringen ist die Eichsfeldgas GmbH mit 4,63 Cent, ebenfalls günstig sind sie Stadtwerke Weimar mit 5,01 Cent und die Energieversorgung Nordhausen mit 5,19 Cent. Teuerster Anbieter sind die Stadtwerke in Bad Langensalza GmbH mit 6,73 Cent, ebenfalls eher teuer die Stadtwerke Gotha mit 6,14 Cent oder die Energieversorgung Gera mit 6,25 Cent.
"Die Energieunternehmen haben demnach die Preissenkungen nur zu einem Bruchteil an die VerbraucherInnen weitergegebenen und selbst die Erlöse eingestrichen", kritisiert Astrid Rothe-Beinlich. "Aufgrund der Kopplung des Gaspreises an den gesunkenen Rohölpreis konnten die Unternehmen günstiger Gas einkaufen. So hätten die Preise auf das gesamte Jahr gerechnet um 27 Prozent sinken müssen", rechnet die Grünenpolitikerin vor.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern schon seit Jahren die Abschaffung der Ölpreisbindung und einen funktionierenden Wettbewerb auf dem Gasmarkt.
"Aus Gründen des Verbraucherschutzes muss zudem geprüft und offen gelegt werden, ob und wo ungerechtfertigte Mehrerlöse der Unternehmen erzielt werden. Folgt man der aktuellen Studie, kassieren Gasversorger pro Haushalt in Thüringen im Schnitt 180 Euro zuviel. Hier ist auch politisches Handeln gefragt! Hinzu kommen extreme regionale Schwankungen, so dass vergleichbare Haushalte in einem Bundesland mitunter bis zu 300 Euro Preisunterschiede zu verzeichnen haben", gibt Astrid Rothe-Beinlich abschließend zu bedenken.
Anbei zu Ihrer Information die Studie.
Stefanie Dolling
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