PM Nr.258 vom 24.08.2009

Klimaschutz geht anders!

Zur heute in Oberhof eröffneten Skihalle erklärt Dirk Adams, Spitzenkandidat von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN:

"Tausend Tonnen CO2 im Jahr sind zuviel. Die desaströse Klimabilanz der Skisporthalle Oberhof ist mit den prognostizierten Effekten für den Leistungssport oder den lokalen Tourismus nicht zu rechtfertigen. Bei der angekündigten Nutzungszeit und der installierten Leistung von 600 kW ist mit einem Jahresverbrauch von 1.700 MWh zu rechnen. Dies entspricht dem Stromverbrauch von 430 Einfamilienhäusern -- mithin mehrere kleine Thüringer Dörfer. Der Kohlendioxidausstoß entspricht dem von 7 Mio. Flugkilometern. Um die jährlich ausgestoßene Menge CO2 temporär auszugleichen, müssten mehr als 92.000 Fichten angepflanzt werden.
Die nachhaltige Förderung des Tourismus gerade im Thüringer Wald ist ein viel zu wichtiges Anliegen, als dass es mit einer Förderpolitik im Stile Dubais abzuhaken ist. Auf dem 1.900 m langen Rundkurs würden bei einem Abstand von 15- 20 m gerade mal 100 Touristen ihre Runden ziehen können -- für sechs Stunden am Tag. Dem gegenüber stehen ca. 13 Mio. Euro Investitions- und Betreiberkosten von fast 750.000 Euro im Jahr. In Oberhof hat die Landespolitik mit dem Spaßbad schon einmal ein Prestigeobjekt vor die Wand gefahren, doch die Lehre scheint immer noch nicht angekommen.
Seriöse Tourismusförderung und Klimaschutz gehen anders. Es mag sein, dass Ministerpräsident Dieter Althaus kurz vor der Wahl noch ein paar schöne Aufbau-Ost-Bilder produzieren will, doch die Region verkommt hier nur zur Wahlkampfsilhouette. Statt heute Bänder durchzuschneiden, erwarte ich von Herrn Althaus eine Erklärung, was die Klimaschutzziele der CDU tatsächlich wert sind."


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