Freigabe der A 38: Ramsauer und Lieberknecht feiern Verkehrspolitik der Vergangenheit
Madeleine Henfling: Konsequentes Umsteuern in der Infrastrukturpolitik ist energie- und klimapolitisch ohne Alternative
Am 22.12.2009 wird die Lücke der A38 zwischen Bleicherode und Breitenworbis geschlossen. 1,5 Milliarden Euro sind in den Bau der neuen Autobahn geflossen. Die nahezu parallel verlaufende Halle-Kasseler-Bahn dagegen befindet sich in einem miserablen Zustand.
"Deshalb erneuern wir unsere Forderung nach einen adäquaten Ausbau der Halle-Kasseler-Bahn um die Bahn in dieser Relation gegenüber dem Pkw konkurrenzfähig zu machen. Der Ausbau im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 6 war mit rund 200 Mio. € im Vergleich zum Autobahnbau ein Sparausbau", so Madeleine Henfling Landessprecherin der Thüringer Grünen.
"Auf der Strecke müssen alle Langsamfahrstellen beseitigt werden und die Infrastruktur auf 120 bis 140 km/h bzw. sogar auf 160 km/h ausgebaut werden. Das ist Voraussetzung um Bahnfahrgästen ein attraktives Angebot zu offerieren. Die Reisegeschwindigkeit, die derzeit bei unattraktiven 70 km/h verharrt, könnte dann auf ein Niveau angehoben werden, das in Konkurrenz zum Auto bestehen kann. Das die heute vor allem im Güterverkehr genutzte Ost-West-Achse auch eine Zukunft im Fernverkehr hat, zeigt der seit Fahrplanwechsel verkehrende IC Kyffhäuser. In einem Deutschland Takt bildet die Halle-Kasseler-Bahn ein wichtiges Bindeglied, das im Fernverkehr im Zwei-Stunden-Takt bedient würde", ergänzt die Landesprecherin.
"Energie- und klimapolitisch hat die jetzige Konkurrenzsituation zwischen Bahn und Auto im Korridor Halle - Göttingen/Kassel fatale Auswirkungen: Die unattraktiven Bahnreisezeiten und die neue Autobahn fördern geradezu die Verlagerung des Verkehrs auf die Straße-- dabei wäre genau das Gegenteil das verkehrspolitische Gebot der Zeit.
"Wenn Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gemeinsam mit Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) das Band zur Freigabe durchschneiden werden, wird von den negativen Effekten der Autobahn natürlich keine Rede sein. Nochmals wird das hohe Lied vom Aufbau Ost angestimmt.
Es sind Lobgesänge auf eine Verkehrspolitik der Vergangenheit, die allein auf das Auto gesetzt hat. Spätestens beim nächsten Ölpreisschock, der unausweichlich sein wird, werden nicht erst unsere Kinder diese einseitige Infrastrukturpolitik verfluchen. Die Frage, warum wir die knappen finanziellen Ressourcen nicht rechtzeitig in den energieeffizienten und weitgehend erdölunabhängigen Verkehrsträger Bahn investiert haben wird dann bestenfalls Kopfschütteln hervorrufen", kritisiert Madeleine Henfling die derzeitige Verkehrspolitik auf Bundes- und Landesebene.
"Wir Grünen meinen es ist Zeit für eine andere Verkehrspolitik, der energieeffizienteste und umweltverträglichste Verkehrsträger, die Bahn, muss jetzt massiv ausgebaut werden. Wir müssen im Verkehrswesen die Kohlendioxidemissionen und den Ölverbrauch drastisch reduzieren. Klimawandel und Ölverknappung erfordern entschiedenes Umsteuern in der Verkehrspolitik", schließt Madeleine Henfling.
Madeleine Henfling
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