PM Nr.19 vom 11.03.2010

Eisenach und Weimar vor massiven Einschnitten im Fernverkehr

Madeleine Henfling: Kürzungen sind inakzeptabel - DB muss schnellstmöglich zum Regelbetrieb zurückkehren

Mit Verweis auf die andauernden technischen Probleme mit den Neigetechnik-ICE plant die DB weitgehende Angebotsveränderungen zum Fahrplanwechsel im Dezember. Thüringen ist davon auf den Linien Frankfurt - Dresden (ICE-Linie 50) und München - Berlin (ICE-Linie 28) betroffen.

So ist geplant, dass die Halte Eisenach und Weimar auf der Ost-West-Linie lediglich alle zwei Stunden statt bisher stündlich bedient werden.

Zu den jüngsten Plänen des DB-Konzerns erklärt Madeleine Henfling, Landessprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Thüringen:

"Für die Mittelstädte Eisenach und Weimar ist die Hiobsbotschaft von weiteren Kürzungen des Fernverkehrsangebots ein weiterer Rückschlag, nachdem erst kürzlich bekannt wurde, dass die IC-Linie 51 im Dezember auf zwei Zugpaare reduziert wird.

Die Fernerreichbarkeit Thüringens wird damit wieder ein Stück schlechter; die Abwärtsspirale im Fernverkehr dreht sich weiter und für immer mehr Fahrgäste scheidet die Bahn als alternatives Verkehrsmittel aus, da immer öfter das Angebot fehlt. Aus energie- und klimapolitischer Sicht eine Entwicklung in die falsche Richtung.

Die DB begründet die Angebotsverschlechterungen mit technischen Problemen ihrer Züge, allerdings vermissen wir einen Zeitplan zur Behebung der Mängel, so dass ein uneingeschränkter Betrieb möglich wird. Bis heute kann die Deutsche Bahn keinen verbindlichen Termin nennen, an dem die Neigetechnik wieder störungsfrei funktioniert. Der Konzern muss jetzt schnell für Klarheit sorgen, ob bzw. wann die Neigetechnik der ICE zur Verfügung steht. Da nicht auszuschließen ist, dass die Neigetechnik auf absehbare Zeit nicht einsetzbar ist, müssen auch Rückfallkonzepte auf den Tisch, wie der Einsatz zusätzlicher Züge oder die Erhöhung der Streckenhöchstgeschwindigkeit von 120 auf 160 km/h. Der Fernverkehr der DB muss sich klar zum bisherigen Betriebskonzept mit den stündlichen Halten in Eisenach und Weimar bekennen . Das Konzept die Züge in Eisenach und Weimar einfach durchrauschen zu lassen, um Fahrzeit zu sparen, darf auf jeden Fall nur eine kurzfristige Notlösung sein."


(c) BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen
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