Baubeginn in der Andreasstraße. Gedenk- und Bildungsstätte entsteht bis zum Herbst 2011

andreasstraße

Am 17. Juni startete mit einem kleinen Festakt offiziell der Baubeginn der Gedenk- und Bildungsstätte in der ehemaligen Stasi U-Haft Anstalt in Erfurt, nachdem in den vergangenen Wochen bereits vorbereitende Arbeiten durchgeführt wurden. Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen am 1. Juli. Die Umbaumaßnahmen in der Andreasstraße sollen bis zum Herbst 2011 beendet sein.

Über das Konzept und die Ausgestaltung der Erinnerungsstätte hatte es in der vergangenen Zeit schwierige Verhandlungen gegeben, die immer wieder aufgrund unterschiedlicher Ansätze der einzelnen Beteiligten scheiterten. Letztendlich konnte aber eine Einigung aller betroffenen Verbände und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur erzielt werden.

So hat nun die Stiftung "Gedenken-Erinnern-Lernen. Thüringer Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur" Kooperationsvereinbarungen mit den Vereinen "Freiheit e.V." und "Gesellschaft für Zeitgeschichte e.V." sowie der Bezirksgruppe Erfurt der "Vereinigung der Opfer des Stalinismus" abgeschlossen.

Das gemeinsame Konzept sieht vielfältige Bildungsangebote und Ausstellungen zur DDR-Geschichte und Aufarbeitung der Diktatur vor. Lage und Geschichte des Gebäudes - Stasi-U-Haft der unmittelbar angrenzenden ehemaligen MfS-Bezirks­verwaltung, die als erste in der DDR am Morgen des 4. 12. 1989 besetzt wurde sowie die nachfolgende Nutzung der U-Haft als Lager für die MfS-Akten - fordern dazu heraus, hier einen herausragenden Ort der Ausein­ander­setzung mit der SED-Diktatur in Thüringen entstehen zu lassen. Die künftige Bildungs- und Gedenkstätte Andreasstraße Erfurt ist zum einen Ort des Gedenkens an die Leiden und an die Opfer der SED-Diktatur, sie ist aber ebenso der Ort des Erinnerns ihrer Überwindung in der friedlichen Revolution 1989/90.

Unsere GRÜNEN Mitglieder Barbara und Matthias Sengewald von der Gesellschaft für Zeitgeschichte haben sich seit vielen Jahren für einen authentischen Ort engagiert, an dem eine umfassende Aufarbeitung der SED-Diktatur betrieben wird. Barbara Sengewald äußerte sich zur offiziellen Eröffnung:

"Wir gehen davon aus, dass damit eine Basis für eine gute Zusammenarbeit gelegt wurde. Nun kommt es darauf an, die inhaltliche Gestaltung des Dreiklangs von Gedenken, Erinnern und Lernen in der Bildungs- und Gedenkstätte voranzutreiben und die eingetretene Verzögerung von einem Jahr aufzuarbeiten.

Die Gesellschaft für Zeitgeschichte wird sich weiterhin gemeinsam mit anderen für die Gedenk- und Bildungsstätte engagieren und wir werden als Zeitzeugen für Opposition und Widerstand in der DDR und als Akteure der friedlichen Revolution am Konzept der politischen Bildung mitwirken."

mehr: www.gesellschaft-zeitgeschichte.