Spaß bei den Kleinen – Kritik unerwünscht bei den Großen
Die Kinder ließen sich den Spaß nicht nehmen: Sie nutzten die vielen Möglichkeiten des 2. Landesfamilientages um sich richtig auszutoben. Auch Katrin Göring-Eckardt hatte ihren Spaß, als sie sich mit Kindern im Kirschkernweitspucken übte: Es war gar nicht so einfach mit der "Ökologischen Kern-Kraft" – denn man musste ein ziemlich kleines Loch auf dem Bild eines Kernkraftwerkes treffen.
Neben dem Spaß für die Kleinen ging es natürlich auch um Politik – und das schien nicht unbedingt im Sinne der Landesregierung zu sein: Antje Tillmann, CDU-Bundestagsabgeordnete und Schirmherrin der Veranstaltung, hatte jedenfalls darauf geachtet, dass die Landtagsopposition bei den offiziellen Terminen des Tages nicht mit dabei war. Mit Katrin Göring-Eckardt von den Thüringer Grünen war nur die außerparlamentarische Opposition war eingeladen. Die gab sich deswegen nicht weniger kritisch.

Dieter Althaus, Antje Tillmann, Katrin Göring-Eckardt und Niels Lund Chrestensen diskutieren.
Katrin Göring-Eckardt machte zur Eröffnungsdiskussion im Schloss deutlich, dass für sie ein Landesfamilientag auch ein Forum ist, um auf die Missstände im Freistaat hinzuweisen: "68.000 Kinder sind in Thüringen von Armut betroffen. Das ist ein Zustand, den wir nicht hinnehmen können. Wir müssen viel mehr dafür tun, auch Kindern aus sozial schwachen Familien Chancengleichheit zu ermöglichen."

Am grünen Stand.
Ministerpräsident Althaus wollte solche Bemerkungen an diesem Tag nur ungern hören. Auch Antje Tillmann legte ihre Moderatorinnenrolle ab, und meinte, man dürfe nicht nur die sozial Schwachen in den Mittelpunkt rücken, sondern müsse auch "normale" Familien unterstützen. Offenbar hatte man nicht mit kritischen Tönen gerechnet.
Aus dem Publikum war jedoch zu spüren, dass Kritik an der Politik der Landesregierung durchaus erwünscht war, denn nur am Rande war etwa auch dem von den Thüringer Grünen unterstützen Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik eine Präsenz eingeräumt worden.
Auch wenn die Kinder ihre Freude an diesem Tag hatten, darf bezweifelt werden, dass der Tag nur zu ihrem Wohl war: Wer sich wie die Landesregierung die Kritik vom Leibe halten will, der hat vor allem Interesse am Machterhalt – auch wenn sie zu Lasten der Kleinen geht.
Matthias Schröder, 25.06.2007