Grüne kritisieren den geplanten Bau der Bundesstraße 87n

Frank Augsten: B 87n zerstört einmalige Kulturlandschaft Rhön
Astrid Rothe-Beinlich: Nur Abkürzungsstrecke für Transitverkehr
Erfurt, 10.02.08: Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat seine Kritik am geplanten Bau der Bundesstraße 87n von Meiningen nach Fulda nach der Klausurtagung des BUND-Arbeitskreises Verkehr im hessischen Gersfeld am Samstag, den 09.02.08, bekräftigt. Die Thüringer Bündnisgrünen zeigen sich besorgt über die geplante Bundesstraße B 87n und die damit verbunden Zerstörung und Zerschneidung des UNESCO Biosphärenreservates Rhön, einen einzigartigen Natur- und Lebensraum:
"Natur und Landschaft müssten erheblich leiden, landwirtschaftliches Areal wird unwiederbringlich zerstört. Vom Berg "Ellenbogen", einer der höchsten Erhebungen der thüringischen Rhön, sähe man nicht mehr ins viel gepriesene Land der offenen Fernen, sondern direkt auf die Rhöntrasse. Das Vorhaben entwertet die Region, lebt sie doch vom Tourismus und der einmaligen Landschaft.
Nach dem derzeitigen Stand der Planung durchschneidet die Bundesstraße die Rhön komplett und stellt aus naturschutzfachlichen Gründen einen schweren Eingriff in eine europaweit bedeutsame Landschaft dar. Auch die Rückkehr der Wildkatze wird durch die Zerschneidung durch eine neue Straßentrasse erneut in Frage gestellt", so Landessprecher Frank Augsten.
"Besonders verlogen ist, dass von offizieller Seite der Eindruck erweckt wird, die Trasse von Fulda nach Meiningen werde für die Menschen vor Ort gebaut. In Wirklichkeit aber stellt diese aus Sicht der Bundesrepublik Deutschland lediglich eine strategische Abkürzung zwischen Rhein-Main und Erfurt sowie Osteuropa dar. Unvermeidliche Folge: die Trasse führt im erheblichen Ausmaß den Transitverkehr durch die Region. Es zeugt von einem Tunnelblick, wenn man Straßenbau als das Allheilmittel für einen Wirtschaftsaufschwung hält. Um die Wirtschaftskraft der Region zu stärken, ist eine sorgfältige und nachhaltige Regionalentwicklung notwendig, besonders in den ländlichen Bereichen der Rhön", sagt Landessprecherin Astrid Rothe-Beinlich abschließend.