Der Mensch braucht die Natur! Die Natur aber den Menschen nicht.

Schmetterling

Katharina Spiel berichtet von der Biodiversitätskonferenz vom 15.-17. Februar 2008 in Ingolstadt: 

" Biologische Vielfalt ist die Grundlage allen Lebens. Sie gibt uns die Luft zum Atmen, versorgt uns mit Trinkwasser und Lebensmitteln. All das ist in Gefahr. (...) Das Aussterben von Arten und die Zerstörung komplexer Lebensräume schreiten beschleunigt und bedrohlich voran."

Aus dem Beschluss zu Biodiversität des Parteirates von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 11. Februar 2008 (http://www.gruene.de/cms/files/dokbin/219/219830.prbeschluss_zur_biodiversitaet.pdf)

Öffentlich wird die Debatte um die biologische Vielfalt kaum wahrgenommen. Sie findet hauptsächlich in Fach- und PolitikerInnenkreisen statt. Aber die Probleme können an allen Ecken und Enden gesehen werden. Beispielsweise im Thüringer Wald. Dort schlagen der Naturschutzbund und weiter Umweltverbände seit Jahren Alarm, weil Brutvögel und Baumarten aussterben. Bis zu 24% aller Schmetterlinge, Vögel und Insekten sind allein in Europa schon unwiederbringlich ausgestorben.

Die neunte Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt (COP9) findet dieses Jahr in Bonn statt. Deswegen und weil der zeitliche Handlungsspielraum der Menschheit immer weiter schrumpft, versuchen die GRÜNE JUGEND und Bündnis90/Die Grünen das Thema öffentlicher zu machen und breit zu diskutieren. Die GRÜNE JUGEND veranstaltet aufgrund dessen ihren Bundeskongress im Mai  auch in Bonn zum Thema "Wem gehört die Welt?", wo Biodiversität auch unter diesem Aspekt beleuchtet wird. Denn die Erhaltung der biologischen Vielfalt hat viele Facetten. So ist die Patentierung einhergehend mit der Genmanipulation von Pflanzen zu den grundlegenden Verursachungen des Verlustes der biologischen Vielfalt zu benennen. Denn wenn es in einigen Gebieten dieser Erde nicht mehr möglich ist, Pflanzen wie seit Jahrhunderten üblich anzubauen, ohne einen gewissen Preis dafür zu zahlen (der für viele Menschen z.B. in Afrika unbezahlbar ist), hat das auch (schädliche) Auswirkungen auf die nähere und fernere Umwelt. Viele Tiere sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen. Und andere Pflanzen eben wieder auf diese Tiere. So entsteht ein Teufelskreis, der den Verlust sämtlicher natürlichen Umgebung in bestimmten Gebieten nach sich ziehen kann. Auch die Abholzung der Regenwälder und der Wälder in Russland trägt dazu bei. Diese zieht Auswirkungen auf unseren gesamten Planeten nach sich. Denn die dortigen Bäume bilden maßgeblich die Grüne Lunge unseres Planeten. Werden sie abgeholzt, vergrößert sich beispielsweise das Ozonloch, was wiederum wortwörtlich erhöhte Auswirkung auf den Klimawandel hat, welcher sich wiederum rückwirkend auf die biologische Vielfalt auswirkt. Schon wieder ein Teufelskreis. Hier sieht man, dass die Erde und das Leben auf der Erde einem fragilen Gleichgewicht ausgesetzt ist, das wir immer weiter schädigen! (Nicht umsonst sind wir die einzige lebende höher entwickelte Spezies, die wir in dem Universum, das wir bereisen können, kennen.)

Aber auch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben vom 15.-17. Februar 2008 eine Biodiversitätskonferenz in Ingolstadt veranstaltet. Dort diskutierten PolitikerInnen mit Fachleuten und anderen Verbänden. Die GRÜNE JUGEND war auch dort wieder vor Ort und hat in einer Aktion auf die Vernichtung der biologischen Vielfalt durch den Anbau von Genpflanzen hingewiesen. Diese sind zwar resistent gegen so genannte Schädlinge, diese "Schädlinge" sind allerdings für das biologische Gleichgewicht dringend notwendig.

Zusammenfassend sei - wie Prof. Dr. Manfred Niekisch auf der Biodiversitätskonferenz sagte - ein Ursachenmix verantwortlich für das Zurückgehen der Lebensräume der Tiere und Menschen: die Erhitzung des Klimas durch CO2-Emissionen sowie das Vordringen der Agrokultur, also des Anbaus von Pflanzen in Monokultur, in die Lebensräume der Tiere und Pflanzen.

Foto: l--o-o-kin thru via flickr