Naturschutz in Thüringen

Thüringen ist für seinen Naturreichtum bekannt und wird deshalb auch das grüne Herz Deutschlands genannt. Gemeint sind damit aber nicht nur solche exponierten Gebiete wie der Thüringer Wald, der ehemalige Grenzstreifen, Hainich und Südharz, sondern vielmehr die gesamte Kulturlandschaft des Freistaates. Natur ist für uns nicht nur eine schöne Beigabe, die am Wochenende zur Erholung genutzt werden kann wir erkennen, dass Natur in ihrer Artenvielfalt und der Vielfalt von Lebensräumen einen eigenen, nicht bezifferbaren Wert hat, den es zu schützen gilt. Wir wollen den Schutz der Natur und ihre sachgemäße Nutzung in Einklang bringen. In einer erlebbaren Natur und in einer verantwortungsvollen Nutzung, die erst die für Thüringen bekannte Kulturlandschaft gebildet hat, sehen wir wichtige Ansätze für unser Engagement.

Für uns Bündnisgrüne ist es Aufgabe, den Naturschutz in der Fläche zu verwirklichen. Dabei wollen wir gemeinsam mit Landwirten, Verkehrsplanern, Städten und Gemeinden die Vielfalt der Naturräume erhalten und schaffen.

Gemeinsam mit Landwirten wollen wir erreichen, dass eine ökologische Landwirtschaft nicht nur gesunde Lebensmittel produziert, sondern auch Pflanzen und Tiere, die am Rand der Nutzflächen leben, schützt. Das kann und wird immer wieder zu Konflikten mit der Landwirtschaft führen. Diese Konflikte zu lösen und einen Ausgleich, zu finden ist unsere selbst gestellte Aufgabe. Gleiches gilt bei der Verkehrs- und Städteplanung, hier wollen wir das derzeitige Untergewicht der naturschützerischen Belange aufwerten. Wir sind nicht der Meinung, dass Natur beliebig ist und jeder Baum oder jede Hecke durch Ausgleichsmaßnahmen, manchmal an weit entfernten Orten, einfach ersetzt werden können. Vielmehr wollen wir im Vorfeld Abwägung und Ausgleich von Naturinteressen mit denen der Infrastruktur erreichen, die wirklich ergebnisoffen beginnen. Das nützt nicht nur einer anonymen Natur sondern allen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen allen Umweltverbänden, -initiativen und umweltengagierten Einzelpersonen Partner und Plattform sein. Den vielen, zumeist ehrenamtlich Tätigen im Bereich des Naturschutzes wollen wir helfen, ihre Arbeit effektiv und erfolgreich zu gestalten.

Hilfe zur Selbsthilfe ist hier unser Motto. Darunter verstehen wir die bündnisgrünen Initiativen auf der Bundesebene zur Förderung des Ehrenamtes sowie die Verbesserungen des Bundesnaturschutzgesetzes. Auf der Landesebene helfen wir, in dem wir mit Aktionen Öffentlichkeit herstellen und Gespräche vermitteln. Außerdem setzen wir uns dafür ein, Naturschutz- und Umweltverbände strukturell wie auch finanziell besser zu stellen. Denn der Schutz der Natur darf nicht nur in Sonntagsreden gelobt, sondern seine Vertreter müssen auch gestärkt werden. Das liegt im öffentlichen Interesse. In Zeiten leerer öffentlicher Kassen wollen wir deshalb die Bedingungen verbessern, die es Verbänden ermöglichen z.B. durch den Erwerb von Naturschutzflächen und deren nachhaltiger Nutzung, eigene Finanzmittel zu erwirtschaften.

Mit Blick auf einzelne Naturschutzvorhaben setzen wir uns für eine konsequente Unterschutzstellung weiterer wichtiger Flächen ein. Unser Ziel ist es aber vor allem, die Vernetzung von Schutzgebieten voranzutreiben. Für uns ist dies ein Schritt, wichtige Populationen zu erhalten. Dazu müssen, wie oben beschrieben, frühzeitig bei Infrastrukturmaßnahmen Bereiche vorgesehen werden, die eben diese Bewegungen von Arten zwischen einzelnen Schutzgebieten ermöglichen. Gerade in diesem Prozess, frühzeitig wichtige Belange des Naturschutzes durch Diskussion und Beteiligung zu thematisieren, sehen wir einen tragenden und nachhaltigen Weg zum Schutz des grünen Herzen Deutschlands - Thüringen.