Grüne fordern ernstgemeinte Bildungspolitik
Astrid Rothe-Beinlich: Bildung ist der Türöffner zur gesellschaftlichen Teilhabe
Anlässlich des morgen (22.10.08) in Dresden stattfindenden Bildungsgipfels, zu dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder trifft, erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin, Bildungspolitische Sprecherin und Spitzenkandidatin zur Landtagswahl von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:
"Es wird schon von mehreren Seiten gewarnt, dass dieser Bildungsgipfel allein zur Wahlkampfshow von Frau Merkel dienen soll. Anlässlich der Fakten aus der OECD-Studie 'Mehr Ungleichheit trotz Wachstum?' hoffen wir Bündnisgrünen, dass sich die Warnungen und Unkenrufe nicht bestätigen werden."
Laut der in Paris vorgestellten OECD-Studie ist die Armutsquote in Deutschland inzwischen über den Durchschnitt der 30 Mitgliedsstaaten gestiegen. Demnach sind Alleinerziehende und Kinder der Studie zufolge überdurchschnittlich von Armut betroffen.
"Der Zusammenhang von Bildung und Armut ist längst erwiesen. Der Zugang zu und der erfolgreiche Erwerb von Bildung ist der Türöffner zu gesellschaftlichen Teilhabe. Die im aktuellen Bildungssystem bestehenden Übergänge und Schwellen aber führen zu einer Auslese, die für viele in der sozialen Sackgasse endet. Wir wollen durch eine Bildungsoffensive, Teilhabegerechtigkeit und Existenzsicherung gleichermaßen endlich den Teufelskreislauf der Bildungsarmut durchbrechen. Ein Leben miteinander, das frei, gerecht und solidarisch ist, kann nur durch Teilhabegerechtigkeit erfolgen. Teilhabegerechtigkeit ist Grundvoraussetzung für ein Miteinander auf Augenhöhe", erklärt die Spitzenkandidatin.
"Wir wollen in Thüringen Schluss machen mit der frühzeitigen Selektion der SchülerInnen nach der 4. Klasse, die immer noch zur Folge hat, dass die Hälfte aller Kinder eine falsche Schullaufbahnempfehlung erhält. Im Schuljahr 2006/2007 verließen in Thüringen 1711 Kinder und Jugendliche die Schule ohne Schulabschluss, dies entspricht 7%. Wir wollen, dass in Zukunft möglichste alle SchülerInnen einen Abschluss erhalten. Einen Weg dahin sehen wir im längeren gemeinsamen Lernen Aller bis zum Abschluss der Sekundarstufe I bei gleichzeitiger individueller Förderung, um zu einer Schule für alle zu kommen, die selbstverständlich auch offen ist für Kinder mit Behinderungen. Wir setzen auf individuelle, kognitive und soziale Förderung statt Auslese", so die Spitzenkandidaten der Thüringer Bündnisgrünen weiter.
"Für die ArbeitnehmerInnen in Thüringen fordern wir außerdem erneut ein Bildungsfreistellungsgesetz, welches den ArbeitnehmerInnen 5 Tage lang im Jahr die Möglichkeit zur individuellen Fort- und Weiterbildung einräumt. Soziale Kompetenz, selbständiges Denken und Handeln und nicht zuletzt auch Kreativität und Kommunikationsfähigkeit sind heute tagtägliche Anforderungen im Berufsleben. Thüringen verspielt sich – gerade angesichts wachsender Anforderungen an die ArbeitnehmerInnen - eine Chance, wenn es seine ArbeitnehmerInnen nicht zu Bildung ermutigt. Wir setzen in Thüringen auf ein lebenslanges Lernen. Der Zugang zu Bildung stellt für jung und alt die Gerechtigkeitsfrage des 21. Jahrhunderts dar. Köpfchen sind unser Kapital und ihnen soll auch die Zukunft gehören", schließt Astrid Rothe-Beinlich.
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