Cem Özdemir für „Vereinigte Staaten von Europa“
Europakandidat begeistert Jenaer und Erfurter Studenten
Freitag, 7. Mai 2004: Über 100 PolitikstudentInnen der renommierten Jenaer Friedrich-Schiller-Universität füllen den Vorlesungssaal an einem Freitagnachmittag, auch abends im Bibliothekscafe der Erfurter Uni warten Studierende dicht gedrängt . Die grüne Hochschulgruppe bzw. Politikstudentenorganisationen hatten geladen und wollten mit Cem Özdemir, gerne stereotypisiert als "anatolischer Schwabe", über die Erweiterung der Europäischen Union und einen möglichen Beitritt der Türkei zur EU debattieren. Erstaunlich dabei: Fragen über Fragen aus dem Publikum, welches sich vor allem für die Türkei als mögliches Mitgliedsland interessierte und weniger für die "Wiedervereinigung" Europas. Europakandidat Özdemir hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für eine ehrliche Diskussion zur Türkei: "Die Vorstöße der Union gegen die europäische Türkei-Politik widersprechen früheren Äußerungen und schaden insbesondere in einer Phase, wo es so wichtig ist, dass die Türkei eine Brücke schlägt vom Westen zur islamischen Welt. Wir dürfen der Türkei die Tür zum EU-Beitritt nicht wieder vor der Nase zuschlagen." Eine differenzierte und spannende Diskussion schloss sich an, nach der Meinung vieler Studierender ganz sicher kein Polittalk "von der Stange".