Astrid Rothe und Frank Augsten zu Gast in der Hundeschule Passion in Weimar

Tierschutz ist ein originäres Grundanliegen grüner Politik. Um sich vor Ort ein Bild zu machen und über die Spannbreite von falsch verstandener Tierliebe, über art- und verhaltensgerechte Tierhaltung bis hin zur Frage, wie umgehen mit Vorurteilen und begründeten Ängsten beispielsweise im Umgang mit verhaltensauffälligen Tieren, waren Astrid Rothe und Frank Augsten zu Gast in der Hundeschule Passion in Weimar Schöndorf.

Dort werden seit 1990 Hunde im Einzeltraining erzogen, Ängste abgebaut, Ordnungsamtsmitarbeiter geschult, Tiere gepflegt, wenn die Besitzer im Urlaub sind, aber auch historische Belege über besondere Hunderassen, wie den Weimaraner gesammelt und die Rolle von Hunden auch historisch beleuchtet.

„Mit unserem Besuch ging es uns u.a. darum, unseren Ansatz in der Tierschutzpolitik zu erläutern, kritische Fragen anzusprechen, wie beispielsweise den Sinn und Unsinn sogenannter Rasselisten, aber auch das Engagement der Familie Kümmel und deren Unternehmen anzuerkennen, die dort eine wichtige Arbeit leisten, um Mensch und Tier bewusst miteinander umgehen zu lassen“, so Astrid Rothe. „Denn oftmals sind vor allem die Halter der Hunde das Problem, die ihre Tiere falsch oder gar nicht erziehen“, war man sich einig.

Als ausgesprochen fragwürdig sehen die Bündnisgrünen, dass sich vor der Landtagswahl nicht ein einziger Tierschutzverein an die Parteien gewandt hat, um Positionen abzuklopfen. „Liest man die Programme aller, wird man feststellen, dass Tierschutz nur bei uns Bündnisgrünen als wichtiger Aspekt vorkommt“, gibt Frank Augsten zu bedenken.

Thomas Kümmel von der Hundeschule in Weimar/Schöndorf teilt diese Kritik. Er hat für das zögerliche Verhalten der Thüringer Tierschützer eine ganz pragmatische Erklärung: „Fast alle Tierschutzvereine und Tierheime hängen am öffentlichen Tropf. Und nach dem Motto „Man beißt nicht die Hand, die einen füttert“ trauen sich viele der sonst so engagierten Tierschützer nicht, kritische Fragen zu stellen.“ Für Kümmel übrigens eine höchst fragwürdige Entwicklung des Demokratieverständnisses.

Beim Abschied vereinbarten die Bündnisgrünen mit Herrn Kümmel eine weitere gute Zusammenarbeit – im Interesse von Mensch und Tier.