Welche Bildung braucht das Land - Thüringen hat die Wahl 2009

IHK-Wahlpodium am 1. April 2009
Am Mittwoch den 1.April hatte die IHK zu ihrem ersten großen Wahlpodium 2009 geladen, um zur Frage: "Welche Bildung braucht das Land" die Konzepte der Parteien zu hinterfragen.
Gefolgt waren dieser Einladung Thüringens Kultusminister Bernward Müller (CDU); Frank Roßner (SPD); Michaele Sojka (Linkspartei); Uwe Barth (FDP) und Astrid Rothe-Beinlich von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Moderiert wurde die Runde von Sergej Lochtofen, Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen.
Bernward Müller nutzte sein fünfminütiges Eingangsstatement, um Thüringens Bildungspolitik in den höchsten Tönen zu loben - die Schulen seien Spitze, die Konzepte richtig und Thüringen somit vorzeigbar auf dem richtigen Weg, ließ er das erstaunte Publikum wissen.

Grund genug für den Moderator des Abends, immer wieder kritisch und bohrend nachzufragen.
Astrid Rothe-Beinlich warb dafür, allen Kindern von Anfang an die Türen zur Welt zu öffnen. "Der Zugang zu Bildung ist die Gerechtigkeitsfrage des 21. Jahrhunderts", gab sie zu bedenken. "Im europäischen und internationalen Vergleich ist auch Thüringen keineswegs Spitze sondern lässt vielmehr ungeahnte Potenziale ungenutzt", so ihr Credo. Rothe-Beinlich warb für längeres gemeinsames Lernen bei individueller Förderung in Schulen mit mehr Selbständigkeit, machte Mut, das gliedrige Schulsystem grundlegend in Frage zu stellen und problematisierte zudem die extrem hohe Förderschulquote, für die sie das selektive Schulsystem maßgeblich verantwortlich macht. Weiterhin forderte die Grüne, mehr Kinder und Jugendliche zu höheren Abschlüssen zu führen, Thüringen zum Bildungsland schlechthin umzubauen - Stichwort: "Köpchen sind unser Kapital" und machte sich für ein Recht auf Ausbildung und Gebührenfreiheit beim Studium stark.
Es folgten gute zwei Stunden angeregte Debatten rund um die Verantwortung von Eltern wie Schule und Gesellschaft für Bildung und Erziehung. Auch aus dem Publikum wurde sich aktiv in die Diskussion eingebracht.

"Es gibt offenkundig noch viel zu tun um zukunftsfähig zu werden", resümierte nicht nur der Moderator des Abends und stellte auch und gerade im Wahljahr 2009 die Frage nach dem politischen Willen der Verantwortlichen mit Blick auf den konstatierten Reformbedarf in der Bildungspolitik. Thüringen hat die Wahl - nutzen Sie Ihre Chance!