Kann Liebe Arbeit sein?

Am Donnerstag, den 14. Januar 2010 fand an der Fachhochschule Jena die wissenschaftliche Fröbel-Tagung 2010 statt. Das Thema war: Kann Liebe Arbeit sein? Kontroversen um bezahlte Elternschaft. In sogenannten Open-Space-Workshops wurden verschiedene Fragen mit den anwesenden PolitikerInnen, VerbändevertreterInnen, DozentInnen und Studierenden diskutiert. Anschließend wurde eine politische Podiumsdiskussion mit den Vertretern aller fünf, im Thüringer Landtag vertretenen Parteien, geführt.
Zentrales Thema der Debatte war das Thüringer Erziehungsgeld. CDU Vertreterin Antje Tillmann sprach sich dafür aus, dass Eltern die Wahlfreiheit eingeräumt werden solle und dass demzufolge auch Eigenbetreuung finanziell gefördert werden müsse. Linke-Vertreter Bodo Ramelow ergänzte, dass in dem Zusammenhang auch die Bildung finanziell gefördert werden müsse – dies sei sogar ins Grundgesetz aufzunehmen. Dem gegenüber sprach sich Uwe Barth, Vertreter der FDP, für Bildungsgutscheine aus und stigmatisierte vor allem die einkommensschwachen Familien.

Auch die grüne Landessprecherin sprach sich für eine Wahlfreiheit aus, wieß Gutscheine in diesem Zusammenhang aber entschieden zurück, da diese diskriminierend seien. "Man muss die Kitas weiterdenken. Kitas sollen die Eltern mit einbeziehen und vor allem flexibler gestaltet werden, z.B. indem auf die Arbeitszeiten der Eltern eingegangen wird", so die Grünenpolitikerin weiter. "Erziehungsgeld darf nicht gegen Fremdbetreuung ausgespielt werden." schließt Madeleine Henfling und bekam dafür sehr viel Applaus.
