19 Gruppen aus Thüringen rufen zur Anti-Castor-Demo in Erfurt auf

Es ist wieder soweit: Voraussichtlich am 16. Februar 2011 soll wieder ein Castortransport mit 5 Behältern, die hochradioaktiv sind, auf seiner Fahrt von Karlsruhe ins Zwischenlager bei Lubmin durch Thüringen.
Doch nicht mit uns! Nach dem "Ausstieg aus dem Atomausstieg" muss ein Zeichen gesetzt werden.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen beteiligen sich an dem breitem Anti-Atom-Bündnis aus Umweltorganisationen, Parteien, Gewerkschaften und Jugendorganisationen und rufen gemeinsam zum Protest am 12. Februar 2011 gegen den geplanten Castor-Transport durch Thüringen auf.
Zum Transport hat das Bündnis folgende Pressemitteilung herausgegeben:
(Pressemitteilung, Anti-Atom-Bündnis Erfurt, Januar 2010)
Erfurt. Das Anti-Atom-Bündnis Erfurt ruft zum Castor-Protest am 12.02.2011 in Erfurt auf. Mit der Aktion will das Bündnis, dem insgesamt 19 Organisationen angehören, auf die Gefahren eines weiteren Castor-Transportes durch Thüringen aufmerksam machen. "Wir rechnen damit, dass am 16.02.2011 ein weitere Castor-Transport durch Thüringen rollen wird", sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. "Wir werden dafür sorgen, dass der Transport nicht unbemerkt bleibt". Der Zug bringt radioaktiven Atommüll aus dem ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe nach Lubmin, wo er zwischengelagert werden soll. Es handelt sich um fünf Castor-Behälter in denen sich eine in Glas eingeschmolzene "Plutonium-Uran-Suppe" befindet. In der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe ist ein hoch radioaktives Abfallkonzentrat angefallen. Dieser flüssige Atommüll wurde durch ein spezielles Verfahren verglast. Aus einer flüssigen "Plutonium-Uran-Suppe" wurde sozusagen festes Atomglas. Laut Betreiber wurden aus 60 Kubikmeter Atommüll-Konzentrat ca.130 Glaskokillen gefertigt. Diese kommen dann mit dem Castor an die Ostsee.
Man sehe anhand der jetzigen Größe des Anti- Atom-Bündnisses Erfurt, wie aktuell das Thema Atommüll in der Bevölkerung diskutiert wird, so Adrian Knirlberger, einem Sprecher des Bündnisses. Denn schon jetzt ist klar: Das Bündnis geht durch alle Schichten der Bevölkerung. Es handelt sich nicht nur um ein paar Umweltschützer, sondern um ein solides Bündnis. Auffallend ist zudem die hohe Anzahl Unterstützer aus Jugend-Verbänden. Hier, so Knirlberger, wird allen Beteiligten sehr schnell deutlich, dass das Thema gerade in den jüngeren Generationen ein wichtiges Tagesthema ist. "Es gibt nur einen verantwortungsvollen Weg, mit Atomenergie um zu gehen: Abschalten!", erklärte Knirlberger weiter. "Wir rufen die Menschen dazu auf, mit uns am Samstag, dem 12.02.2011 phantasievoll gegen den geplanten Castor-Transport auf die Straße zu gehen!"
Das Bündnis plant unter anderem einen Castortransport in Form eines Straßentheaters nachzuspielen. Weitere kreative Ideen sind jederzeit willkommen. Die Demo startet nach Angaben des BUND Thüringen am 12.02.2011 um 14 Uhr am Fischmarkt in Erfurt. Sie führt nach einer kurzen Auftaktkundgebung über den Anger, wo es zu einer weiteren Kundgebung kommt. Zu letzt führt der Demozug weiter zum Hauptbahnhof. Hier findet dann schließlich die Hauptkundgebung statt.
Unterstützer: BUND Landesverband Thüringen, BUNDjugend Thüringen, Grüne Jugend Thüringen, Die Linke Thüringen, Ökologische Plattform, Offene Arbeit des Evangelischen Kirchenkreis Erfurt, Anti- Castor- Plenum Jena, GRÜNE LIGA Thüringen, Graswurzelnetzwerk Weimar, JG Stadtmitte Jena, autonome Kleingruppen, Anti-Atom-Bündnis Erfurt, Bündnis 90/ Die Grünen, Jusos Thüringen, Naturfreundejugend Thüringen, Landesjugendwerk der AWO Thüringen, Offenes Jugendbüro RedRoXX, DGB- Jugend Erfurt, Linksjugend [solid] Thüringen